{"id":387,"date":"2015-04-13T10:04:51","date_gmt":"2015-04-13T10:04:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anthus.de\/?page_id=387"},"modified":"2014-03-07T12:03:10","modified_gmt":"2014-03-07T12:03:10","slug":"wiesenweihe","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.anthus.de\/?page_id=387","title":{"rendered":"Wiesenweihe"},"content":{"rendered":"<p>Wiesenweihe &#8211; Mauser<br \/>\nWiesenweihe &#8211; Auswertung Brutverbreitung<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doris Glimm, Manfred H\u00f6lker und Werner Pr\u00fcnte<\/p>\n<p><strong>Die Wiesenweihe <em>Circus pygargus<\/em> in Westfalen: Historische Brutverbreitung seit 1850 und Bestandsentwicklung 1966-1999<\/strong>*<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Historische Verbreitung seit 1850\/Besiedlung von Feldlandschaften-Heiden-Mooren\/Intensivierung der Landwirtschaft: Zerst\u00f6rung von Heiden und Mooren \u2013 Gef\u00e4hrdung der Bruten in Getreidefeldern\/Bestandsentwicklung 1966-1999\/Schutz von Getreidebruten\/Bedeutung der Hellwegb\u00f6rde<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Wiesenweihe ist die kleinste unter den mitteleurop\u00e4ischen Weihenarten. Als karnivorer Spitzenpr\u00e4dator <em>(vielleicht:<\/em> Pr\u00e4dator am Ende der Nahrungskette\/an der Spitze der Nahrungspyramide?) besetzt sie eine zentrale \u00f6kologische Position. Ihre Lebensweise als Bodenbr\u00fcter ist f\u00fcr europ\u00e4ische Greifv\u00f6gel eher ungew\u00f6hnlich und ihr zeitlich enger Jahreszyklus als Langstreckenzieher erfordert eine enorme Flexibilit\u00e4t bei der Einpassung in ihre Umwelt <em>(ist die Art so flexibel?? Sind Langstreckenzieher in ihrem Jahreszyklus nicht eher sehr festgelegt? Vielleicht:<\/em> erfordert eine genaue Einpassung von Brut, Mauser und Zug in die zur Verf\u00fcgung stehenden Zeitnischen). F\u00fcr den Naturschutz besitzt sie daher eine herausragende Bedeutung <em>(vielleicht:<\/em> als Indikator\/Zeigerart ihres Lebensraumes\/der Agrarlandschaften \/ oder: f\u00fcr das Monitoring der Feldlandschaften). In Westfalen besiedelt die Wiesenweihe vorzugsweise gro\u00dfr\u00e4umige, intensiv ackerbaulich genutzte Feldlandschaften &#8211; alte Kulturlandschaften &#8211; die zu den \u00e4ltesten Siedlungsgebieten des Menschen in Mitteleuropa z\u00e4hlen. <em>(Sollte der Satz mit der Bedeutung der Weihe dann u.U. besser hier am Schlu\u00df stehen?)<\/em><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>* Die Arbeit widmen wir Charlotte Glimm\u00a0 =, Otto Raap\u00a0 = und Theodor Trendelkamp\u00a0 =.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>1. Einleitung<\/h1>\n<p>Die Wiesenweihe hat wegen ihrer Seltenheit, Sch\u00f6nheit und besonderen Lebenweise schon fr\u00fch die Aufmerksamkeit westf\u00e4lischer Ornithologen geweckt. So liegen viele Ans\u00e4tze zur Darstellung der historischen Verbreitung der Wiesenweihe in Westfalen vor (z.B. PEITZMEIER 1969a). Untersuchungen, die sich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum erstrecken, wurden aber bisher weder aus Westfalen noch aus dem weiteren Bundesgebiet ver\u00f6ffentlicht. Gerade l\u00e4ngerfristige Arbeiten erm\u00f6glichen jedoch tiefere Einblicke in die populationsdynamischen und -regulatorischen Prozesse einer Art und k\u00f6nnen grundlegende Erkenntnisse zur Entwicklung von Naturschutzkonzepten geben.<\/p>\n<p>In dieser Arbeit soll (daher) unter Verwendung <em>(vielleicht:)<\/em> zahlreicher (regionaler\/lokaler?) <em>(die Quellen sind ja nicht \u201eunbekannt\u201c, sonst k\u00f6nnten sie ja nicht zitiert werden)<\/em> Quellen eine Gesamtanalyse f\u00fcr die Wiesenweihe in den letzten 150 Jahren in Westfalen erfolgen. Nach 34 Jahren erscheint es zudem geboten, die von 1966 bis 1999 erhobenen Daten zur Bestandsentwicklung und zur Verbreitung der Wiesenweihe in Westfalen darzustellen und zu diskutieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>2. GEBIET<\/p>\n<p><em>(Sollte \u2013statt ein Teilergebnis der Arbeit vorweg zu nehmen (die Verbreitung der Wiesenweihe in Heiden, Mooren, Feuchtwiesengebieten und sp\u00e4ter nur noch in den B\u00f6rden) \u2013 an dieser Stelle nicht kurz die Lage und naturr\u00e4umliche Ausstattung Westfalens im Schweinsgalopp nach dem Motto: Mitteleuropa, Klima, Lage der B\u00f6rden erfolgen??? Das hei\u00dft das unterstrichene sollte vielleicht hieraus verbannt werden?)<\/em><em><\/em><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Die Wiesenweihe konnte in Westfalen in der Vergangenheit als regelm\u00e4\u00dfiger aber seltener Brutvogel sowohl in den Heiden, Mooren und Feuchtwiesengebieten des Tieflandes als auch in den Getreideanbaugebieten der B\u00f6rden festgestellt werden (PEITZMEIER 1969a).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Sp\u00e4testens seit den 1950er Jahren beschr\u00e4nken sich die Brutvorkommen der Wiesenweihe auf\u00a0 vorwiegend ackerbaulich genutzte Feldlandschaften mit \u00fcberwiegendem Getreideanbau (PEITZMEIER 1969a, H\u00d6LKER 1997).<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Westfalen z\u00e4hlt in Europa zur atlantischen Biogeographischen Region.<\/p>\n<p>Das westf\u00e4lische Klima besitzt einen subatlantisch-maritimen Charakter mit westlichen Winden, gem\u00e4\u00dfigten Temperaturen und reichlich Niederschl\u00e4gen: die Sommer sind feucht-k\u00fchl. Die (relativ?) kr\u00e4ftigen Winde f\u00fchren ganzj\u00e4hrig zu enormen Windchill-Temperatur Effekten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Westfalen und seine drei\/vier Teillandschaften in einem Satz (Gegenstand dieser Untersuchung sind insbesondere die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig offenen, weitr\u00e4umigen Teillandschaften in Westfalen, die Westf\u00e4lische Bucht mit &#8230; und das Westf\u00e4lische Tiefland da und da&#8230; Die Mittelgebirgslandschaften des Sauerlandes und des Bergischen Landes sowie &#8230; sind im Zusammenhang mit der Fragestellung dieser Arbeit von untergeordnetem Interesse.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>N\u00e4her zu beschreiben sind die (?) B\u00f6rdegebiete<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> mit den fruchtbaren L\u00f6\u00dfb\u00f6den (Hellwegb\u00f6rde, Warburger B\u00f6rde, Steinheimer B\u00f6rde) sowie die Agrarlandschaften der Paderborner Hochfl\u00e4che und des n\u00f6rdlichen M\u00fcnsterlandes. Sie zeichnen sich durch gro\u00dfe Ackerfl\u00e4chen aus, die weite zusammenh\u00e4ngende Fl\u00e4chen einnehmen und das waldarme Landschaftbild pr\u00e4gen. Die klimatisch beg\u00fcnstigten B\u00f6rden\u00a0 (Warum??) bieten mit ihren fruchtbaren L\u00f6\u00dflehmb\u00f6den und einem vorteilhaften (ausgeglichenen??) Wasserhaushalt gute Anbaubedingungen f\u00fcr Weizen, Wintergerste, Zuckerr\u00fcben, Kartoffeln, Gem\u00fcse und Mais bei sehr guten Ertr\u00e4gen. <span style=\"text-decoration: line-through;\">Gemeinsam sind allen Feldlandschaften die gro\u00dfen Ackerfl\u00e4chen.<\/span> Die B\u00f6rden weisen aufgrund der noch relativ geschlossenen Siedlungsstruktur der Ortslagen einen f\u00fcr Westfalen bemerkenswert geringen Zersiedlungsgrad auf. Die Feldfluren durchzieht ein dichtes Netz aus asphaltierten Wegen mit schmalen Randstreifen. Trotz dieses dichten Wegenetzes sind die gro\u00dfr\u00e4umigen Feldfluren verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig st\u00f6rungsarm.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die mittelwestf\u00e4lische <strong>Hellwegb\u00f6rde<\/strong> (60-390 m \u00fc. NN; Kreise Soest, Paderborn, Unna) stellt eine aus Kalkstein aufgebaute, von S\u00fcden nach Norden sanft geneigte, nahezu waldfreie Ebene dar. Sie ist von Norden nach S\u00fcden in drei Gebiete untergliedert. Die <span style=\"text-decoration: underline;\">Unterb\u00f6rde<\/span> ist eine klimatisch beg\u00fcnstigte Ebene, mit fruchtbaren, kalkhaltigen L\u00f6\u00dflehmb\u00f6den (Bodenpunkte 60-85) und einem g\u00fcnstigen Wasserhaushalt, auf denen Weizen, Wintergerste, Zuckerr\u00fcben, Kartoffeln, Gem\u00fcse und Mais sehr gute Ertr\u00e4ge bringen. Die <span style=\"text-decoration: underline;\">Oberb\u00f6rde<\/span> ist eine nahezu waldfreie, vorwiegend ackerbaulich genutzte Feldlandschaft. Die hier weit verbreiteten trocken-warmen Rendzinab\u00f6den (Bodenpunkte 25-40) wurden seit Ende der 1980er Jahre bevorzugt als selbstbegr\u00fcnte Fl\u00e4chen zur Durchf\u00fchrung der EU-Agrarstilllegungen genutzt. Bei gr\u00f6\u00dferer L\u00f6\u00dfm\u00e4chtigkeit wird in dem wasserarmen Gebiet Wintergerste und Weizen angebaut. Der <span style=\"text-decoration: underline;\">Haarstrang<\/span>, ein langgestreckter und vorwiegend waldfreier H\u00f6henr\u00fccken wird infolge seiner fruchtbaren L\u00f6\u00dfb\u00f6den ackerbaulich intensiv genutzt (Wintergerste, Weizen, Raps), besitzt aber wegen des ung\u00fcnstigeren Klimas keinen echten B\u00f6rdecharakter.<\/p>\n<p>Die ostwestf\u00e4lische <strong>Warburger B\u00f6rde <\/strong>(140-340 m \u00fc. NN; Kreis H\u00f6xter) ist eine im wesentlichen aus Kalkmergel aufgebaute, nahezu wald- und geh\u00f6lzfreie Ebene mit fruchtbaren, teils schwarzerdeartigen L\u00f6\u00dfb\u00f6den (Bodenpunkte 60-90: Weizen, Wintergerste, Zuckerr\u00fcben, Mais). In Mulden haben sich durch Tonabdichtungen Niedermoore gebildet (z.B. K\u00f6rbecker Bruch).<\/p>\n<p>Die <strong>Steinheimer B\u00f6rde<\/strong> in Ostwestfalen (130-200 m \u00fc. NN; Kreise H\u00f6xter, Lippe) ist ein nahezu wald- und geh\u00f6lzfreies, flach eingesenktes Becken mit einer santfh\u00fcgeligen Gel\u00e4ndestruktur sowie mit fruchtbaren L\u00f6\u00dfb\u00f6den (Bodenpunkte 60-90, Weizen, Wintergerste, Zuckerr\u00fcben). Durchzogen wird das Gebiet von flachen T\u00e4lchen, in denen die Gr\u00fcnlandnutzung dominiert.<\/p>\n<p>Die <strong>Paderborner Hochfl\u00e4che<\/strong> (150-440 m \u00fc. NN; Kreis Paderborn) unterscheidet sich von den B\u00f6rden durch die H\u00f6henlage, das k\u00fchlere Klima und die flachgr\u00fcndigen lehmig-steinigen Kalkb\u00f6den mit einem geringen L\u00f6\u00dfanteil. Die schwach gegen Nordwesten geneigte und flachwellige Hochfl\u00e4che wird von tiefen T\u00e4lern durchzogen in denen sich die Ortslagen befinden. Neben einigen ausgedehnten Waldgebieten nehmen die ackerbaulich genutzten Feldfluren (Wintergerste, Roggen, Hafer, Raps) auf der Hochfl\u00e4che gro\u00dfen Raum ein.<\/p>\n<h2>Das N\u00f6rdliche M\u00fcnsterland (30-60 m \u00fc. NN, Kreis Steinfurt) an der Landesgrenze zu Niedersachsen z\u00e4hlt zum Westf\u00e4lischen Tiefland. Die ebene Landschaft wird durch den permanenten Wechsel seiner sandigen und moorigen B\u00f6den gepr\u00e4gt. Die einstigen gro\u00dffl\u00e4chigen Hochmoore sowie die mittelalterlichen Zwergstrauch- und Sandheiden wurden f\u00fcr landwirtschaftliche Zwecke zu Dauergr\u00fcnland und \u00c4ckern (Roggen, Wintergerste, Mais) umgewandelt.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Material und Methoden<\/strong><\/p>\n<p>Um die Verbreitungsgeschichte der Wiesenweihe in Westfalen dokumentieren zu k\u00f6nnen, wurden die historischen Quellen durchgesehen. (??vielleicht: Zur Rekonstruktion der Wiesenweihen-Verbreitungsgeschichte war ein umfassendes\/umfangreiches Studium historischer Quellen notwendig) Insbesondere er\u00f6ffneten sich aus der regionalen Heimatliteratur zahlreiche Hinweise auf historische Vorkommen der Art. Sehr fruchtbar waren auch Gespr\u00e4che mit \u00e4lteren Landwirten, die in ihrer Jugend &#8211; Anfang des 20. Jh. \u2013 selber Wiesenweihen beobachten konnten.<span style=\"text-decoration: line-through;\"> Die (historische?) Brutverbreitung wurde anhand all dieser Angaben rekonstruiert.<\/span><\/p>\n<p>Waren bis Mitte der 1960er Jahre hinein die Kenntnisse \u00fcber das Vorkommen der Wiesenweihe mehr zuf\u00e4llig gesammelt worden, so begann der Studienrat THEODOR TRENDELKAMP mit Helfern ab 1966 mit einer zun\u00e4chst stichprobenartigen Bestandserfassung in der Soester B\u00f6rde, also auf Teilfl\u00e4chen der Hellwegb\u00f6rde. Als h\u00e4ufiger durch Erntemaschinen bedingte Brutverluste festgestellt wurden, setzte eine intensivere Schutzarbeit in der Hellwegb\u00f6rde ein. Ab 1974 beteiligten sich CHARLOTTE und DORIS GLIMM sowie OTTO RAAP bei der Suche und den Schutzma\u00dfnahmen. Die ansteigende Zahl registrierter Paare veranlasste die Vogelkundler zur Vergr\u00f6\u00dferung des Untersuchungsgebietes und zur Intensivierung der Schutzbem\u00fchungen. Seit WERNER PR\u00dcNTE sich ab 1980 an der Suche beteiligte, erfolgte eine planm\u00e4\u00dfige Bestandserfassung in der Hellwegb\u00f6rde. 1993 wurde bei der Biologischen Station Soest eine Stelle f\u00fcr den Weihenschutz in Mittelwestfalen geschaffen. In der Warburger B\u00f6rde, Steinheimer B\u00f6rde und auf der Paderborner Hochfl\u00e4che wurde seit Anfang der 1980er Jahre sporadisch nach Wiesenweihen gesucht. In der Warburger B\u00f6rde erfolgt seit 1987 eine intensive Suche durch FRANZ-JOSEF LAUDAGE und HERBERT SCHR\u00d6DER. Im n\u00f6rdlichen M\u00fcnsterland (Kreis Steinfurt) und im Kernm\u00fcnsterland (Kreis Warendorf) erfolgt seit den 1990er Jahren eine Erfassung der Weihen durch die ARBEITSGRUPPE FEUCHTWIESEN und den NABU WARENDORF. Damit werden die potentiell besiedelbaren Areale der Wiesenweihe in Westfalen weitgehend abgedeckt.<\/p>\n<p>Erfolgte die Suche nach den Wiesenweihen in den 1960 und 70er Jahren noch vorwiegend mit dem Fahrrad (,?) so wurde nachfolgend das Auto eingesetzt. Die jagenden M\u00e4nnchen werden dabei verfolgt, um den Beutetransport zum Nest, die Beute\u00fcbergabe an das Weibchen oder das Fliegen zum Neststandort beobachten zu k\u00f6nnen. In bekannten Brutgebieten wird auch von Aussichtspunkten aus nach Wiesenweihen Ausschau gehalten. Mit der Suche nach den Wiesenweihen wurde allj\u00e4hrlich unverz\u00fcglich nach deren Ankunft Ende April begonnen um fr\u00fche Brutverluste Mitte Mai im Feldgras vermeiden zu k\u00f6nnen. Als n\u00fctzlich haben sich die Versuche (zur individuellen Ansprache von Einzelv\u00f6geln z. B. \u00fcber kennzeichnende F\u00e4rbungsmuster oder Gro\u00dfgefiederl\u00fccken) erwiesen<span style=\"text-decoration: line-through;\">, die beobachteten V\u00f6gel individuell ansprechen zu k\u00f6nnen (F\u00e4rbung, Gro\u00dfgefiederl\u00fccken)<\/span>. Dies erm\u00f6glichte nicht nur die rasche Unterscheidung der vorhandenen Paare, sondern erleichterte auch das Auffinden von Nestern bei kolonieartigen Ansiedlungen.<\/p>\n<p>Zur Bestimmung des Brutstatus wurden folgende Nachweiskriterien verwendet:<\/p>\n<p>Sicherer Brutnachweis: Beobachtung br\u00fctender oder Futter zum Nest tragender Altv\u00f6gel; Funde frischer Schalen; Nestfunde mit Eiern oder Jungen.<\/p>\n<p>Brutverdacht: Balz eines Paares; Beobachtung beutetragender M\u00e4nnchen; Beute\u00fcbergabe; Beobachtung von Altv\u00f6geln beim An- und Abflug vom wahrscheinlichen Nest; Nestbau.<\/p>\n<p>Die angewandten Methoden und Erfahrungen bei der Bestandserfassung und die Durchf\u00fchrung der Schutzma\u00dfnahmen wurden von GLIMM &amp; PR\u00dcNTE (1984) und H\u00d6LKER (1997) beschrieben.<\/p>\n<h1><\/h1>\n<h1>4. Ergebnisse<\/h1>\n<h1>4.1. Historische Verbreitung<\/h1>\n<p><strong>4.1.1. 19. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n<p>Die Wiesenweihe spielte schon in den ersten qualitativen Beschreibung des Arteninventars der westf\u00e4lischen Avifauna um <strong>1850<\/strong> als Brutvogel eine wichtige Rolle. Einzelnachweise aus verschiedenen Jahren lassen den Schluss zu, dass die Art in den folgenden Jahrzehnten wohl durchgehend zu den westf\u00e4lischen Brutv\u00f6geln z\u00e4hlte. Den ersten Hinweis auf das Vorkommen der Wiesenweihe verdanken wir BOLSMANN &amp; ALTUM (1852), die die Art fast j\u00e4hrlich nistend in der Coer- oder Gelmer Heide bei M\u00fcnster (heutige \u201eRieselfelder M\u00fcnster\u201c) antrafen, \u201evon anwohnenden Landleuten wohl einmal mit einem Tellereisen auf dem Neste gefangen\u201c. Im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands ist dies ein fr\u00fcher Beleg: (Erste Beschreibungen der Art findet man in&#8230;) Niedersachsen nach 1850 HECKENROTH &amp; HEINS (1989), Schleswig-Holstein seit 1870 LOOFT &amp; BUSCHE (1981), Bayern 1895 W\u00dcST (1979). F\u00fcr England \u2013 dem Mutterland der Ornithologie &#8211; liegen erste sichere Nachweise f\u00fcr den Anfang des 18. Jhr. vor (CLARKE 1996).<\/p>\n<p>KOCH (1878\/79) z\u00e4hlt die Wiesenweihe f\u00fcr die <strong>1870er Jahre<\/strong> in seinem Verzeichnis der Brutv\u00f6gel des M\u00fcnsterlandes als Sommervogel auf, der \u201eallj\u00e4hrlich bei Emsdetten und Wettringen im hohen Grase, Binsen und dergleichen sein Nest anlegt\u201c. Aus dem Jahresbericht der zoologischen Sektion des Westf\u00e4lischen Provinzial-Vereins f\u00fcr Wissenschaft und Kunst f\u00fcr das Etatjahr <strong>1883-1884<\/strong> geht hervor, dass Landrat von B\u00f6nninghausen die Wiesenweihe als Bodenbr\u00fcter des Steveder Venns (Coesfeld) ansieht. Der \u201eAusschuss f\u00fcr Beobachtungsstationen der V\u00f6gel Deutschlands\u201c der Allg. deutschen Ornithologischen Gesellschaft zu Berlin gibt in seinem Jahresbericht 1885 (J. Orn. 1887) zur Kenntnis, dass KOCH aus M\u00fcnster <strong>1885<\/strong> \u201eam 6. Juni ein unbebr\u00fctetes Gelege von vier St\u00fcck\u201c erhalten hat und dass Ende Juli ein \u201efl\u00fcgges Junges\u201c im Zoologischen Garten M\u00fcnster abgeliefert wurde. <strong>1886<\/strong> meldet KOCH ein Weibchen, das am 10. Juli bei M\u00fcnster vom Nest gefangen wurde (Jahresbericht 1886, J. Orn. 1888). VON DER LIPPE (1920) berichtet, dass die Wiesenweihe \u201ein den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts\u201c noch zahlreich in den Heiden des M\u00fcnsterlandes zu finden war, so bei Melbergen, Ochtrup, Metelen und Nienborg. \u201eIm Lippetal ober- und unterhalb Hamm fand ich sie vor 20 Jahren noch hier und dort, jetzt aber auch schon lange nicht mehr.\u201c Nach WEMER (1906) war die Wiesenweihe <strong>1885 bis 1905<\/strong> die h\u00e4ufigste Weihenart im M\u00fcnsterland: \u201ebr\u00fctet fast in allen Heiden\u201c.<\/p>\n<p>Ein Hinweis, das die Wiesenweihe schon im 19. Jahrhundert die Soester B\u00f6rde (Teil der Hellwegb\u00f6rde) einschlie\u00dflich ihrer Randgebiete besiedelte, findet sich bei KOCH (1880\/81) f\u00fcr die <strong>1870er Jahre<\/strong>: Die Wiesenweihe kommt \u201esehr vereinzelt als Brutvogel in den Ruhr- und Lippewiesen vor\u201c. RADE &amp; LANDOIS (1886) erw\u00e4hnen TENCKHOFF, der <strong>1866<\/strong> und <strong>1870<\/strong> in der weiten Umgebung von Paderborn in Roggenfeldern Kornweihen (<em>Circus cyaneus<\/em>)-Bruten entdeckt haben will. SCHMIDT (1908) will <strong>1888<\/strong> in Upsprunge bei Salzkotten und <strong>1890<\/strong> bei Beckum die Kornweihe als Bodenbr\u00fcter in Getreidefeldern angetroffen haben. Vieles spricht daf\u00fcr, dass Verwechselungen mit der Wiesenweihe vorliegen \u2013 unter anderen die Tatsachen, dass die Kornweihe nur selten in Getreide br\u00fctet und das die Feldflur bei Uprsprunge in j\u00fcngerer Vergangenheit stetig von der Wiesenweihe besiedelt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4.1.2. 20. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n<p><strong>M\u00fcnsterland<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr das M\u00fcnsterland bezeichnet REICHLING (1915\/16) die Art als ziemlich seltenen Brutvogel: \u201eIn der n\u00e4heren Umgebung M\u00fcnsters habe ich sie nirgends br\u00fctend angetroffen, doch beobachtete ich Anfang Juni <strong>1912<\/strong> des \u00f6fteren ein Exemplar \u00fcber einem Roggenfelde bei Kinderhaus. Pr\u00e4parator VORNEFELD erhielt im Mai <strong>1908<\/strong> ein Gelege mit 5 Eiern nebst dem alten Weibchen aus der Umgebend von Ochtrup. Nach Rektor GAUSEBECK br\u00fcteten noch einige Paare in der Umgebung von Borghorst, desgleichen nach Angaben des Pfarrer WIGGER bei Wessum. Auch bei Sythen wurde die Art br\u00fctend festgestellt.\u201c KOCH (1921\/23) berichtet \u00fcber Ver\u00e4nderungen in der Ornis des M\u00fcnsterlandes der letzten 60 Jahre und erw\u00e4hnt die Wiesenweihe als vereinzelten Brutvogel der Heiden bei Emsdetten und Saerbeck. In der Chronologie der Wiesenweihen-Beobachtungen informiert dann wieder REICHLING (1932). Er schreibt von der Wiesenweihe als (beschreibt die Wiesenweihe als einen) einem sp\u00e4rlichen Brutvogel des M\u00fcnsterlandes (Umgebung von Wettringen, Ochtuper Venn, Amtsvenn) in den <strong>1920er Jahren. <\/strong>Zwei Nachweise liegen f\u00fcr die <strong>1930er Jahre<\/strong> vor: FALTER (in PEITZMEIER 1969a) \u00e4u\u00dferte Brutverdacht <strong>1937<\/strong> in einem Getreidefeld auf einem Kalkh\u00f6henzug bei Neuenkirchen im n\u00f6rdlichen M\u00fcnsterland. WEBER (1938) erbrachte <strong>1938<\/strong> einen Brutnachweis am Heiligen Meer bei Hopsten. WOLFF (1952) erw\u00e4hnt, das sie \u201enoch heute als sp\u00e4rlicher Brutvogel des M\u00fcnsterlandes &#8230;\u201c vorkommt. An den Hausd\u00fclmener Fischteichen hat die Wiesenweihe <strong>1953-1955<\/strong> sowie <strong>1956<\/strong> und <strong>1960<\/strong> in der Umgebung von Vreden gebr\u00fctet (PEITZMEIER 1969a).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Hellwegb\u00f6rde<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Hellwegb\u00f6rde bei Erwitte schreibt KNEER (1925), dass um <strong>1905<\/strong> <em>Circus pygargus<\/em> in auffallender Menge auftrat. Ein wichtiger Hinweis darauf, dass gerade die B\u00f6rde schon seit vielen Jahrzehnten traditionelle Heimat der Wiesenweihe ist. Der Landwirt ANTON SCHULTE-HAMPE (mdl.) aus Langeneicke bei Geseke erlebte in seiner Kindheit um <strong>1915<\/strong>, dass Jungv\u00f6gel der Wiesenweihe, die w\u00e4hrend der \u00fcberwiegend per Hand durchgef\u00fchrten Erntearbeiten entdeckt wurden, zur Seite gesetzt und somit gesch\u00fctzt wurden. Er berichtet aber auch, das die Jungen der am Boden br\u00fctenden Weihe von einigen Bauern als junge Habichte bezeichnet und auf den Feldern totgeschlagen wurden. In der Avifauna von Westfalen befindet sich ein Foto aus dem Jahr <strong>1928<\/strong> von einem Brutplatz der Wiesenweihe in einem Roggenfeld bei Eikeloh (PEITZMEIER 1969a: 214). REICHLING (1932) erw\u00e4hnt dieses Brutvorkommen in den weiten Feldfluren der Hellwegb\u00f6rde bei Erwitte und Lippstadt: \u201eam 11. Juli <strong>1928<\/strong> wurde mir ein Horst mit 14t\u00e4gigen Jungv\u00f6geln gezeigt\u201c (vgl. PROBST 1952).<\/p>\n<p>GOETHE (1948) beobachtete am 29.Juni <strong>1930<\/strong> eine m\u00e4nnliche Kornweihe westlich von Paderborn an der Stra\u00dfe nach Lippstadt. Nach den vorliegenden Beschreibungen d\u00fcrfte es sich aber um eine Wiesenweihe gehandelt haben. Der Biologe BERHARD MEIER (mdl.) aus B\u00fcren wusste von Nestern im Roggen in den Jahren <strong>1934<\/strong> und <strong>1936<\/strong> bei Langeneicke: \u201eDie Binder haben sich bei den Erntearbeiten manchmal in den Horstplattformen verfangen. Auch zu dieser Zeit wurden Jungv\u00f6gel zur Seite getragen und somit gesch\u00fctzt.\u201c<\/p>\n<p>WOLFF (1952) erw\u00e4hnt <strong>Anfang der 1950er Jahre<\/strong>, das sie \u201enoch heute als sp\u00e4rlicher Brutvogel &#8230; der weiten Feldfluren bei Lippstadt\u201c vorkommt. Das Wiesenweihen-Bruten in Getreidefeldern der Feldlandschaften nichts ungew\u00f6hnliches sind, belegt die Arbeit von ALPENS (1952): \u201eDie Wiesenweihe ist die \u201eKorn\u201c-Weihe\u201c. Die Nachweise von FALTER (mdl.) in der Hellwegb\u00f6rde \u2013 <strong>1954<\/strong> bei Soest, Weslarn und Ostinghausen; <strong>1955<\/strong> bei Scheidingen-S\u00f6nnern und Weslarn (erfolgreiche Brut) \u2013 belegen, dass die Besiedlung des Getreideanbaugebietes durch die Wiesenweihe offensichtlich nicht abgerissen ist. GUDRUN ASKAMP berichtet FALTER von einer Brut <strong>1956<\/strong> bei Haus Lohe\/Werl mittels Fotos eines Jungvogels. TRENDELKAMP (schriftl.) erbrachte <strong>1956<\/strong> einen Brutnachweis bei Brockhausen. Die Biologen hatten in den 1950er Jahren l\u00e4ngst verinnerlicht, dass die Feldweihen zur Grundausstattung der B\u00f6rde-Vogelwelt z\u00e4hlen. HANDKE erw\u00e4hnte in seinen Beitr\u00e4gen \u201eVon der Tierwelt des Kreises Soest\u201c (1952a) und \u201eDie Lebensr\u00e4ume unserer V\u00f6gel\u201c (1956) jeweils die im Korn br\u00fctende Weihe (\u201eKornweihe\u201c) und meinte die Wiesenweihe. Selbst im Jahr 2000 wird die Wiesenweihe u.a. von Landwirten als Kornweihe bezeichnet. HANDKE (1952b): \u201eDer Landmann trifft beim M\u00e4hen auch einmal auf den Bodenhorst einer graublauen Kornweihe, deren Weibchen br\u00e4unlich aussieht. Beide verzehren alles m\u00f6gliche Kleingetier, besonders Ratten und M\u00e4use.\u201c Um <strong>1959<\/strong> bestand Brutverdacht f\u00fcr die Umgebung von Dinker (VON DER M\u00dcHLEN in K\u00d6PKE et al. 2000).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Warburger B\u00f6rde<\/strong><\/p>\n<p>In der Warburger B\u00f6rde, einer \u00e4hnlich strukturierten Feldlandschaft wie die Hellwegb\u00f6rde, bestand <strong>1925<\/strong> bei Scherfede Brutverdacht in Hochstauden (LAUDAGE 1995 zit. W. SCHWARZE). Im Jahr <strong>1934<\/strong> gelang der Nachweis einer Wiesenweihen-Brut: Am 15. Juli wurde PEITZMEIER (1938) ein Ei aus dem Gelege in einem Roggenfeld (eines Roggenfeldes?? Oder war Peitzmeier grade im Roggen zugange, als er das Ei bekam?) gebracht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>4.2. Bestandsentwicklung und Verbreitung 1966 \u2013 1999<\/h1>\n<h3>4.2.1. Bestandsentwicklung<\/h3>\n<h3>Westfalen<\/h3>\n<p>In Westfalen f\u00fchrte das verst\u00e4rkte Interesse an der Vogelwelt und die zunehmende Zahl an Beobachtern in den <strong>1960er Jahren<\/strong> zu einer Reihe von Brutzeit-Feststellungen und Brutnachweisen <span style=\"text-decoration: line-through;\">bei<\/span> der Wiesenweihe (s. PEITZMEIER 1969a, b). Der Bestand schwankte von <strong>1966 bis 1969<\/strong> auf einem sehr niedrigen Niveau. Verteilt auf vier Topographische Karten 1:25 000 (\u201eMTB\u201c <em>eigentlich unter uns Geographen<\/em> TK 25) wurden zwischen einem und vier Paaren festgestellt: Ostwestfalen 3520 Schl\u00fcsselburg (<strong>1967<\/strong> bei Schl\u00fcsselburg\/Weser, SCHOENAGEL); Hellwegb\u00f6rde: 4316 Lippstadt, 4412 Unna, 4415 Anr\u00f6chte (Abb. xx). F\u00fcr das M\u00fcnsterland und die Warburger B\u00f6rde liegen f\u00fcr die <strong>1960er Jahre<\/strong> keine Brutnachweise vor.<\/p>\n<p>Im Jahr <strong>1993<\/strong> und <strong>1994<\/strong> wurde in Westfalen eine H\u00f6chstzahl mit 49 gefundenen Wiesenweihen-Brutpaaren registriert. Die Paare br\u00fcteten 1993 auf 10 und 1994 in zw\u00f6lf MTB`s. <strong>Ende der 1990er Jahre <\/strong>kam es in einzelnen westf\u00e4lischen Regionen zu Bestandsschwankungen (Hellwegb\u00f6rde, Warburger B\u00f6rde), in anderen Gebieten f\u00fchrten Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge letztlich zum Erl\u00f6schen der Vorkommen (N\u00f6rdliches M\u00fcnsterland), weitere Gebiete sind nicht stetig besetzt (Paderborner Hochfl\u00e4che, Steinheimer B\u00f6rde). (??? Im n\u00f6rdlichen M\u00fcnsterland f\u00fchrten Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge letztlich zum Erl\u00f6schen der Vorkommen, auf der Paderborner Hochfl\u00e4che und in der Steinheimer B\u00f6rde waren die Brutpl\u00e4tze nicht stetig besetzt??)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>M\u00fcnsterland<\/h1>\n<p>Im M\u00fcnsterland gab es nach 15 Jahren zumindest wieder Meldungen mit Brutverdacht: <strong>1975<\/strong> und <strong>1976<\/strong> aus Neuenkirchen bei Rheine, <strong>1975<\/strong> aus Ahlst\u00e4tte (Alst\u00e4tte??) bei Ahaus (BEDNAREK schriftl.). Brutnachweise liegen dann (allerdings?) erst wieder ab <strong>1993<\/strong> aus dem n\u00f6rdlichen M\u00fcnsterland vor. Die Wiesenweihe konnte als Brutvogel im Umfeld des Recker Moores &#8211; an der Landesgrenze zu Niedersachsen \u2013 nachgewiesen werden. Von 1993 bis 1996 wurden immerhin zehn Getreidebruten bei Recke, Greven und Lienen registriert. Seit <strong>1997<\/strong> ist dieses kleine Vorkommen wieder erloschen (AGF 1994-1999, KIPP schriftl.). Im Kreis Warendorf wurden in den <strong>1990er Jahren<\/strong> wiederholt Brutzeitbeobachtungen erbracht, ein sicherer Brutnachweis liegt aber nur f\u00fcr <strong>1994<\/strong> aus der Emsaue bei Beelen-Greffen (MTB 4014 Sassenberg) vor (NABU-Warendorf 1993-2000).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>Hellwegb\u00f6rde<\/h1>\n<p>TRENDELKAMP wies Ende der 1960er Jahre in der Soester B\u00f6rde allj\u00e4hrlich 2 bis 5 Paare <strong>(???)<\/strong> nach. Immer h\u00e4ufiger wurden dabei durch Erntemaschinen verursachte Brutverluste festgestellt. Die Ornithologen begannen mit Schutzmassnahmen f\u00fcr die gef\u00e4hrdeten Bruten. Eine Grundvoraussetzung f\u00fcr den Schutz war das Wissen um die Neststandorte. Die Betreuung war notwendig, weil die Wiesenweihe auf Grund der Technisierung in der Landwirtschaft, der Anwendung neuer Bearbeitungs-Techniken und einem fr\u00fcheren Erntetermin des Getreides \u2013 bedingt durch neue Sorten \u2013 auf Dauer wohl weitere Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge h\u00e4tte erleiden m\u00fcssen. Die Landwirte erhielten f\u00fcr die Schutzma\u00dfnahmen (??welche?? das Stehenlassen des Getreides im Horstumfeld \u00fcber die Erntereife hinaus) einen finanziellen Ausgleich. Damit ist der Wiesenweihenschutz eines der \u00e4ltesten Projekte des Vertragsnaturschutzes. <strong>1966<\/strong> gelang ein Brutnachweis \u00f6stlich von Unna \u2013 einem Gebiet, aus dem bisher kein Nachweis vorlag (FR\u00d6HLING &amp; PR\u00dcNTE 1966). Von PETZOLD (1970) liegen Brutzeitbeobachtungen f\u00fcr <strong>1965<\/strong> und <strong>1968<\/strong> aus den Ahsewiesen n\u00f6rdlich von Soest vor. STICHMANN (mdl.) berichtet von einem Brutverdacht im Jahr <strong>1969<\/strong> bei B\u00fcecke s\u00fcdlich von Soest. TRENDELKAMP meldete f\u00fcr das Handbuch der V\u00f6gel Mitteleuropas <strong>Ende der 1960er Jahre<\/strong> f\u00fcnf Paare f\u00fcr den Raum zwischen Unna und Geseke (GLUTZ et al. 1971). Als Ergebnis l\u00e4sst sich ableiten: Die Wiesenweihe wurde <strong>Ende der 1960er Jahre<\/strong> j\u00e4hrlich als Brutvogel in der Hellwegb\u00f6rde best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Bereits <strong>1970<\/strong> hatte sich die Zahl der Brutpaare in der Hellwegb\u00f6rde auf zehn Paare verdoppelt, in den <strong>1970er Jahren<\/strong> stieg die Paarzahl auf zw\u00f6lf (1977) und <strong>1980<\/strong> auf 16 Paare an, 1980 verteilt auf nur vier MTB`s: 4217 Delbr\u00fcck, 4315 Benninghausen, 4316 und 4317 Geseke (<strong>Abb. xx<\/strong>). Die Ursache f\u00fcr die Bestandszunahme d\u00fcrfte vornehmlich auf die intensiven, vielf\u00e4ltigen und erfolgreichen Initiativen zum Schutz der Bruten zur\u00fcckzuf\u00fchren sein. Dazu beigetragen haben der gute Bruterfolg, eine g\u00fcnstige Nahrungssituation in Jahren mit Feldmausgradationen und die ausgesetzte Greifvogel-Bejagung.<\/p>\n<p>Zunehmend erkannt wurde auch die grosse \u00f6kologische Bedeutung der weitr\u00e4umigen, waldfreien Feldlandschaft f\u00fcr eine Vielzahl von Vogelarten (z.B. STICHMANN 1966). Der Bau der Autobahn 44 \u2013 fertiggestellt 1974 \u2013 wirkte sich nachteilig auf die Brutgebiete der Wiesenweihe bei Soest-Opm\u00fcnden und Anr\u00f6chte-Berge aus.<\/p>\n<p>Die <strong>1980er Jahre<\/strong> waren durch zwei Entwicklungen gekennzeichnet: Zum einen erh\u00f6hte sich der Brutbestand auf mehr als 20 Paare, zum anderen kam es infolge des Populationsdrucks zu einer Vergr\u00f6\u00dferung des Verbreitungsgebietes. Auffallend dabei der Brutvorsto\u00df in westliche Richtung, nach 20 Jahren wurde der Raum Werl-Unna wieder besiedelt: Dort bildete sich in den folgenden Jahren eine kleinere Brutkonzentration (Abb. yy). Mittels Beringung wurde auch nachgewiesen, das sich Jungv\u00f6gel aus der Hellwegb\u00f6rde in benachbarten Gebieten wie der Warburger B\u00f6rde, Steinheimer B\u00f6rde und Paderborner Hochfl\u00e4che ansiedelten. (??Durch die Beobachtung beringter Brutv\u00f6gel konnte indirekt nachgewiesen werden\/liegt die Vermutung nahe, dass benachbarte Gebiete wie die Warburger B\u00f6rde, die Steinheimer B\u00f6rde und die Paderborner Hochfl\u00e4che von nestjung beringten Wiesenweihen der Hellwegb\u00f6rde besiedelt worden sind\/werden.)<\/p>\n<p>Anfang der 1990er Jahre erh\u00f6hte sich der Bestand deutlich: 1993 44 Paare, davon allein 17 Paare im Bereich Langeneicke-Eikeloh-Mittelhausen-St\u00f6rmede <em>(Welches MTB\/TK 25?)<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Warburger B\u00f6rde<\/p>\n<p>In der Warburger B\u00f6rde entdeckte PR\u00dcNTE <strong>1977<\/strong> eine erfolgreiche Brut im K\u00f6rbecker Bruch in einem Schilf-R\u00f6hricht. Lag f\u00fcr <strong>1987<\/strong> nur ein Brutverdacht vor, so konnten <strong>1988<\/strong> bereits drei Bruten registriert werden (LAUDAGE 1995). Seither erfolgte eine kontinuierliche j\u00e4hrliche Besiedlung der Warburger B\u00f6rde. So wurden <strong>1990 <\/strong>und <strong>1997<\/strong> je vier, <strong>1994<\/strong> sogar sechs Brutpaare nachgewiesen (LAUDAGE 1995, SCHR\u00d6DER schriftl.).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ostwestfalen<\/p>\n<p>In Ostwestfalen wurde nach 1967 erst wieder <strong>1977<\/strong> eine Brut im n\u00f6rdlichen Kreis Minden-L\u00fcbbecke auf dem MTB 3417 Wagenfeld entdeckt (OAG Detmold 1977).<em> (Und danach??<\/em>)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>4.2. Verbreitung<\/p>\n<p>(??Auch unter Ber\u00fccksichtigung der unterschiedlichen Beobachtungsintensit\u00e4ten ist im Zeitraum von 1966 bis 1999 eine auffallende Konzentration der Wiesenweihen-Brutr\u00e4ume in Westfalen offensichtlich:)<\/p>\n<p><span style=\"text-decoration: line-through;\">Von <\/span><span style=\"text-decoration: line-through;\">1966 bis 1999<\/span><span style=\"text-decoration: line-through;\"> wurden bestimmte Gebiete in Westfalen von der Wiesenweihe auffallend als Lebensraum bevorzugt: <\/span>Mehr als 50 % (317 von 621 Paaren) aller beobachteten Bruten lagen im Bereich zweier MTB`s (Abb. xx). Das MTB 4316 Lippstadt beherbergte im Verlauf der 34 Untersuchungsjahre 212 Brutpaare (34,1 %), das MTB 4317 Geseke 105 Brutpaare (16,9 %). Das belegt die Konzentration der westf\u00e4lischen Population auf die Kernbereiche der Hellwegb\u00f6rde (??Die Kernbereiche der Hellwegb\u00f6rde sind damit der wichtigste und herausragendste Lebensraum der Wiesenweihe in Westfalen??). 453 Paare (73,0 %) siedelten im Zeitraum 1966-99 in nur vier, zudem noch benachbarten MTB`s: 4316 Lippstadt, 4317 Geseke, 4415 Anr\u00f6chte und 4315 Benninghausen. Auch bei der Stetigkeit der Besiedlung im Zeitraum 1966 bis1999 nehmen die genannten MTB`s eine herausragende Bedeutung ein: In 32 von 34 Jahren (94,1 %) war das MTB 4316 Lippstadt von mindestens einem Paar besetzt. Die Gebietstreue zum MTB 4315 betrug 70,6 % (24 von 34 Untersuchungsjahre).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>In der Hellwegb\u00f6rde konzentrieren sich die Brutpl\u00e4tze der Wiesenweihe auffallend in der klimatisch beg\u00fcnstigten Unterb\u00f6rde. Bei der Ankunft der V\u00f6gel Ende April\/Anfang Mai steht das Getreide hier dichter und h\u00f6her als in der Oberb\u00f6rde und auf dem Haarstrang. Wintergerste und -roggen sind zu diesem Zeitpunkt rund 15 cm h\u00f6her als Weizen und bieten der Wiesenweihe geeignete Strukturen f\u00fcr den Nestbau. In der Oberb\u00f6rde w\u00e4chst das Getreide auf den trockenen Kalksteinb\u00f6den meist l\u00fcckiger. Zwar werden hier Brutpl\u00e4tze seltener gefunden, aber als Jagdgebiet hat die Oberb\u00f6rde mit ihren Stilllegungen (??im Rahmen der EU-Agrarf\u00f6rderung befristet stillgelegten Ackerfl\u00e4chen) eine herausragende Bedeutung. Der Haarstrang ist, klimatisch bedingt, mit der Vegetation um 10-14 Tage im Vergleich zur Unterb\u00f6rde zur\u00fcck. (?Die Vegetationsentwicklung des Haarstrangs ist, klimatisch bedingt, gegen\u00fcber derer der Unterb\u00f6rde um 10-14 Tage verz\u00f6gert) Hier konnten nur vereinzelt und unregelm\u00e4\u00dfig Bruten gefunden werden, (??er weist aber als Nahrungsraum eine der Oberb\u00f6rde gleich zu setzende Bedeutung f\u00fcr die Art auf.??)<\/h1>\n<p>Das traditionell belegte Brutvorkommen der Wiesenweihe im Bereich Langeneicke-Eikeloh-Mittelhausen-St\u00f6rmede stellt in den 1990er Jahren ein Verbreitungszentrum der Art in Deutschland dar. Nach Glutz et al. (1971) und KROGULEC (1993) sind kolonieartige Ansiedlungen mit einer derart hohen Dichte der Wiesenweihe dort anzutreffen, wo optimale Lebensbedingungen f\u00fcr die Art existieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1>5. Diskussion<\/h1>\n<h1>5.1. Historische Verbreitung<\/h1>\n<p>Vor allem aus den \u00e4lteren Befunden l\u00e4sst sich zweifelsfrei ableiten, dass die Wiesenweihe ein fester Bestandteil der westf\u00e4lischen Avifauna ist. Seitdem Ornithologen der Vogelwelt in Westfalen ihre Aufmerksamkeit widmen, ist die Wiesenweihe in diesem Raum als Bruvogel nachgewiesen. Die Wiesenweihe erregte das Interesse der westf\u00e4lischen Beobachter schon zu einer Zeit, als der Umgang mit der Literatur und die Mitteilung von feldornithologischen Beobachtungen noch in den Kinderschuhen steckten, also schon Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Art ist kein \u201eNeub\u00fcrger\u201c, sondern z\u00e4hlt zum Traditionsgut der westf\u00e4lischen Avifauna und ist ein westf\u00e4lisches Faunenelement. Seit 1850 ist das Brutvorkommen der Wiesenweihe f\u00fcr Westfalen belegt und man kann sicherlich annehmen, dass die Art wesentlich fr\u00fcher in den Heiden und Mooren des M\u00fcnsterlandes sowie den ackerbaulich gepr\u00e4gten Feldlandschaften der B\u00f6rden siedelte. <span style=\"text-decoration: line-through;\">Es ist nicht einmal auszuschlie\u00dfen,<\/span> Vieles spricht daf\u00fcr, dass die Art <span style=\"text-decoration: line-through;\">m\u00f6glicherweise<\/span> wahrscheinlich hier schon im fr\u00fchen Mittelalter vorkam. Die Voraussetzungen f\u00fcr das Vorkommen waren seit Jahrhunderten gegeben: So wird die Hellwegb\u00f6rde schon f\u00fcr das 8 Jh. als offene, waldarme Landschaft beschrieben. Im 9. und 10. Jh. kam es dann zu Siedlungsverdichtungen und Waldrodungen (MTB`s 4315-17). Die Ackerbauern schufen mit den umfangreichen Waldrodungen neue Anbaufl\u00e4chen. Bereits im 9. Jh. war das heutige Landschaftsbild der nahezu waldfreien, weitr\u00e4umigen Feldlandschaft mit seinem Siedlungnetz weitgehend vollst\u00e4ndig ausgebildet <em>(ZITAT KARTE INGOLF K\u00dcHN aus englischer rekonstruierter Karte der historischen Waldverbreitung um etwa 1000: B\u00f6rde dort eindeutig waldfreier Raum)<\/em>: \u201eDer Ackerbau war durch das Mehrfelderbrachsystem gepr\u00e4gt. Angebaut wurden Wintergerste, Sommergerste, Roggen, Hafer und in geringem Umfang Weizen. Die Bewaldung zu diesem Zeitpunkt beschr\u00e4nkte sich auf Bereiche, in denen Ackerbau unm\u00f6glich war oder in denen ein hohes Ertragsrisiko bestand\u201c (LEIFELS 1993).<\/p>\n<p>F\u00fcr das 10. Jh. werden f\u00fcr die westf\u00e4lischen B\u00f6rden regelm\u00e4\u00dfige Feldmausplagen (<em>Microtus arvalis<\/em>) beschrieben, dem Hauptbeutetier der Wiesenweihe im 20 Jh. Die Feldmaus ist in Westfalen die W\u00fchlmaus der offenen Landschaft; Gradationen treten vorzugsweise in den ackerbaulich gepr\u00e4gten B\u00f6rden und Ackerbaugebieten auf (SCHR\u00d6PFER &amp; HILDENHAGEN 1984).<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<h1>5.2. Bestandsentwicklung und Verbreitung 1966-1999<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>ACHTUNG: NUR TEXTBAUSTEINE!!! Noch nicht fertig<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kontinuierliche Bestandszunahme von 2-4 Paaren auf 50 BP. Gr\u00fcnde<\/p>\n<p>Eine der bedeutensten Populationen in Deutschland.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ein Vergleich der Wiesenweihen-Verbreitung in Westfalen im 19. und im 20. Jh. zeigt, dass es zu Ver\u00e4nderungen des r\u00e4umlichen Besiedlungsmusters gekommen ist. W\u00e4hrend die Feldlandschaft der Hellwegb\u00f6rde seit jeher als Brutgebiet dient, hat sich die Weihe aus dem westlichen M\u00fcnsterland weitgehend zur\u00fcckgezogen. Der R\u00fcckzug der Art aus diesem Raum geht (??ging?) einher mit der Kultivierung und dem fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfigen R\u00fcckgang der Heide- und Moorgebiete.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Notwendige Schutzma\u00dfnahmen Gef\u00e4hrdung des Lebensraumes<\/p>\n<p>Die herausragende Bedeutung der Hellwegb\u00f6rde f\u00fcr die Wiesenweihe in Deutschland h\u00e4ngt speziell damit zusammen, dass die Art in der Lage ist, ihre Brutpl\u00e4tze gro\u00dfr\u00e4umig verlagern zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Hellwegb\u00f6rde ist aus fachlicher Sicht als fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig geeigneter Wiesenweihen-Lebensraum einzustufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Satz: In Westfalen dominieren Getreidebruten (xx %),<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Atlantisches Klimaregime na\u00df-kalte Sommer<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mainfr\u00e4nkische Platten: kontinentales Klima mit trocken-warmen Sommer<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geschlossene Ortslagen<\/p>\n<p>St\u00f6rungsarme Feldfluren<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Bundesrepublik Deutschland erbrachte eine Bestandserhebung 1976 und 1977 100-120 Brutpaare, von denen 7-13 Paare in Nordrhein-Westfalen br\u00fcteten (KUSSMAUL 1980).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Wiesenweihen-Bruten sind vergleichbar mit den Ma\u00dfnahmen zum Erhalt z.B. von Gro\u00dftrappe, Brachvogel, Uferschnepfe, (Kampfl\u00e4ufer, Rotschenkel).<\/p>\n<p>(??<em>Gedanke:<\/em> Sie wirken in ihrer Intensit\u00e4t jedoch bei weitem nicht derart gravierend auf die jeweils aktuelle Fl\u00e4chennutzung aus wie das bei den genannten weiteren Artenschutzprogrammen der Fall ist. Abgesehen von der nicht unkritisch zu beurteilenden Pr\u00e4gung und der damit einhergehenden Abg\u00e4ngigkeit der Art auf den Feldlebensraum durch den Schutz der Horstpl\u00e4tze im Getreide, ist die Wiesenweihe auch aktuell in der Lage, unter den \u201eEU-Bedingungen\u201c ihren Lebensraum zu behaupten und sich erfolgreich zu reproduziern!!!?? Damit kann die Art \u2013 vorausgesetzt der gordische Knoten der fr\u00fchen Erntetermine wird einmal zerschlagen &#8211; als Beispiel f\u00fcr die Anpassung und die Coevolution in der Kulturlandschaft, besser gesagt der Agrarlandschaft dienen.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ende der <strong>1940er Jahre<\/strong> kam es in der Landwirtschaft zu massiven Ver\u00e4nderungen in der Landbewirtschaftung, die sich unmittelbar auf die Wiesenweihe auswirkten: die Mechanisierung (um 1954 erster M\u00e4hdrescher); der Einsatz von Minerald\u00fcngern; die Einf\u00fchrung von Pflanzenschutz- und synthetischen D\u00fcngemitteln. Erst <strong>Anfang der 1950er Jahre<\/strong> liegen wieder verwertbare Angaben zur Verbreitung und Bestandssituation der Wiesenweihe vor.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 1988 f\u00fchrte die Europ\u00e4ische Gemeinschaft ein \u00f6konomisch bedingtes Fl\u00e4chen-Stilllegungsprogramm ein, bei dem maximal 16 % (??) der Ackerfl\u00e4chen aus der Bewirtschaftung genommen wurden. Bis 1995 entstanden gro\u00dffl\u00e4chig selbstbegr\u00fcnte Fl\u00e4chen, die reich an M\u00e4usen, Kleinv\u00f6geln und Insekten waren. <em>Der sehr heterogen strukturierte Pflanzenbewuchs sowohl mit sch\u00fctter als auch h\u00f6her bewachsenen Fl\u00e4chen boten eine gute Erreichbarkeit der potentiellen Beute und wurden gerne von der Wiesenweihe zur Nahrungssuche genutzt.<\/em> Zwei nicht erfolgreiche Ersatzbruten der Wiesenweihe wurden in selbstbegr\u00fcnten Stilllegungsfl\u00e4chen festgestellt. <em>Seit Ende der 1990er Jahre wurde auf den weiterhin \u201estillgelegten\u201c Ackerfl\u00e4chen vorzugsweise Raps als \u201enachwachsender Rohstoff\u201c angebaut. Die durch den einheitlich hohen und dichten Bewuchs gepr\u00e4gten Fl\u00e4chen wurden von der Wiesenweihe nur selten zur Nahrungssuche genutzt (\u201eGr\u00fcner Beton\u201c), drei Bruten wurden in Raps festgestellt.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Einsatz des Pestizids DDT f\u00fchrte in den 1960-70er Jahren zu einer Umweltkatastrophe (CONRAD 1977). Bei der R\u00fcckstandsanalyse von Eiern und Lebern frischtoter Wiesenweihen konnten in den 1970 und 80er Jahren hohe Konzentrationen an DDT, DDT-Abbauprodukten und PCB festgestellt werden. Noch Ende der 1990er Jahre sind die DDT-Abbauprodukte bei Untersuchungen nachweisbar (DENKER et al. i.V.).<\/p>\n<p>Die r\u00e4umliche Verlagerung der Neststandorte ist eine typische Erscheinung bei der Wiesenweihe. In Abbildung xx sind diese r\u00e4umlichen Verschiebungen zu erkennen: (<strong>Beispiel Stirpe \u2013 Klieve<\/strong>). So wirken sich St\u00f6rungen w\u00e4hrend der Brut und erfolglose Jungenaufzucht gravierend auf die weitere Besiedlung und die Wiederholung eines Brutversuches in den folgenden Jahren aus. Als Ursachen daf\u00fcr, das einzelne Gebiete f\u00fcr Jahre verlassen, <span style=\"text-decoration: line-through;\">(dann aber wieder besiedelt werden,)<\/span> wurden St\u00f6rungen, Nahrungsmangel und Ver\u00e4nderungen in der Bewirtschaftung (z.B. gro\u00dffl\u00e4chig Gem\u00fcse statt Getreide) festgestellt. Auch auf dem stetig besiedelten MTB Lippstadt kam es zur Verlagerung der Neststandorte. Diese Umsiedlungen k\u00f6nnten eine Strategie der Art sein, um z.B. flexibel auf ver\u00e4nderte Nahrungssituationen reagieren zu k\u00f6nnen (Hauptbeute: Feldmaus; starke Populationsschwankungen bei dieser M\u00e4useart). Vielleicht hat die Verlagerung der Brutpl\u00e4tze auch den Vorteil, da\u00df die Nester (?Horste) von Feinden (?Nestr\u00e4ubern) nicht so schnell gefunden werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>?? Damit die Wahl der Neststandorte gew\u00e4hrleistet ist, mu\u00df der Wiesenweihen-Lebensraum gro\u00dfr\u00e4umig erhalten werden.<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>6. Danksagung<\/strong><\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfte Verdienste um den Schutz der Wiesenweihen sind\/hat sich Herrn Theodor Trendelkamp = anzurechnen\/erworben, der sich aufgrund eines Hinweises von Herrn Werner Pr\u00fcnte ab 1966 f\u00fcr den Schutz der Wiesenweihe in der Soester B\u00f6rde einsetzte. Helfer der ersten Stunde waren seine Soester Sch\u00fcler Martin Hesse, Helmut Petzold und Thomas Raus. <strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ab 1974 wurde er bei der Suche und dem Schutz mit gro\u00dfem Einsatz unterst\u00fctzt von<\/p>\n<p>Charlotte Glimm =, Lippstadt; Ralf\u00a0 Joest, B\u00f6ckum; Ingo Kottmann, Schlangen; Otto Raap =, Lippstadt und Erich Zienicke =, Upsprunge. Theo Trendelkamp, Charlotte Glimm und Otto Raap suchten \u00fcber Jahre hinweg auch nach dem \u00dcberschreiten ihres 65. Lebensjahres (?<em>oder sind alle vor 1901 geboren?<\/em>) mit dem Fahrrad die Fluren nach Wiesenweihen-Bruten ab.<\/p>\n<p>Stellvertretend f\u00fcr die vielen Personen, die ihre Beobachtungen meldeten oder bei den Schutzma\u00dfnahmen halfen, gilt unserer besonderer Dank Birgit Beckers, Nateln; J\u00fcrgen Behmer, Schallern; Dr. A. Brinkmann, Horn; Dr. Margret Bunzel-Dr\u00fcke, Soest; Bernhard Gluer, Fr\u00f6ndenberg; Hubertus Illner, Soest; Hermann Kn\u00fcwer, Wadersloh; Robert Plattfaut-Schumacher, Wiggeringhausen.<\/p>\n<p>Im Kreis Warburg suchten und sch\u00fctzten die Wiesenweihe vornehmlich Franz-Josef Laudage =, Scherfede und\u00a0 Herbert Schr\u00f6der, Borgentreich. In der Steinheimer B\u00f6rde und auf der Paderborner Hochfl\u00e4che engagierte sich Ingo Kottmann, Schlangen; im n\u00f6rdlichen M\u00fcnsterland Manfred und Christian Kipp, Lengerich und Robert T\u00fcllinghoff, Voltlage.<\/p>\n<p>In den Jahren bis 1988 wurde den Landwirten f\u00fcr den Schutz der Wiesenweihenhorste und dem damit verbundenen gr\u00f6\u00dferen Arbeitsaufwand bei der Bewirtschaftung ihrer Felder eine Entsch\u00e4digung vom Landesjagdamt Nordrhein-Westfalen (NRW), in einzelnen F\u00e4llen von dem zust\u00e4ndigen Hegering und von beteiligten Ornithologen gew\u00e4hrt. Die Bezirksregierung Arnsberg und die Kreisverwaltung Soest beteiligten sich beim Kauf von Schutzeinrichtungen.<\/p>\n<p>Von 1989 bis 1992 wurden Vereinbarungen zum Schutz der Getreidebruten mit den Landwirten durch die \u00c4mter f\u00fcr Agrarordnung Soest und Warburg abgeschlossen und vom Land bezahlt.<\/p>\n<p>1993 wurde bei der Biologischen Station Soest eine Stelle f\u00fcr den Weihenschutz in Mittelwestfalen geschaffen. Das Land f\u00f6rdert seither \u00fcber die Bezirksregierung Arnsberg das \u201eSchutzprogramm f\u00fcr Rohr- und Wiesenweihen\u201c. Unser Dank gilt stellvertretend Thomas Neiss (Ministerium f\u00fcr Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW), Siegfried Mertens und Ludolf Ulrich (Bezirksregierung Arnsberg) sowie Dr. Theodor Mebs (Staatliche Vogelschutzwarte NRW).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein besonderer Dank gilt allen Landwirten, die sich am Schutz der Wiesenweihen-Bruten beteiligten. Sie gestatteten das Betreten der Felder zur endg\u00fcltigen Festlegung der Gelege; nahmen Behinderungen beim M\u00e4hen, Strohpressen, Grubbern, oft auch noch bei der Rapsaussaat bis hin zur \u00c4nderung der Fruchtfolge in Kauf, um den Jungv\u00f6geln das Ausfliegen zu erm\u00f6glichen<strong>. <\/strong>Hervorgehoben zu werden verdienen die Langeneicker Landwirte Konrad Mergenmeier, Anton Meyer = und Josef Schulte-Hampe, in deren Feldern die Wiesenweihen je mindestens 16 x br\u00fcteten. Ihnen ein zus\u00e4tzliches Dankesch\u00f6n f\u00fcr ihre Geduld mit den Weihen und den Vogelsch\u00fctzern.<\/p>\n<p>Dank geb\u00fchrt Franz Alhoff, Bettinghausen, der mehrmals Teile seiner Gerstenfelder nach der Mahd weit \u00fcber die vereinbarte Zeit f\u00fcr die Genesung einzelner Jungv\u00f6gel zur Verf\u00fcgung stellte, die bei der Mahd, beim Strohpressen oder durch Hundebi\u00df Verletzungen erlitten hatten.<\/p>\n<p>Ein besonderer Dank gilt allen<strong> <\/strong>M\u00e4hdrescher<strong>&#8211;<\/strong>Unternehmern und -fahrern: \u00dcber lange Jahre beteiligten sich mit unerm\u00fcdlichem Einsatz am Schutz der Gelege: u.a. Konrad Mergenmeier, Langeneicke; Alois Altrogge, Upsprunge; Heiner Fecke, Th\u00fcle; Michael Rickard, Bettinghausen.<\/p>\n<p>Wir bitten um Entschuldigung, wenn uns bei der Vielzahl der beteiligten Landwirte und der zu ber\u00fccksichtigenden 34 Jahre, von 1966 bis 1999, Namen, besonders aus den Anfangsjahren nicht mehr bekannt sind oder jemand vergessen wurde. Wir sind bem\u00fcht auch die Anzahl der gesch\u00fctzten Gelege zu nennen (Anzahl in Klammern hinter den Namen, bei Nichtnennung 1malige Beteiligung):<\/p>\n<p>J. Ad\u00e4mmer, Westernkotten; F. Alhoff, Bettinghausen (3x); M. Alpmann =, Verne (2x); A. Altrogge, Upsprunge (2x); F. Amelunxen, Geseke; A. Bake, Paradiese; O. Beckmann =, B\u00f6ckum (2x); J. Behme, Wiehagen; F. Berglar-Vo\u00df, Overhagen (2x); H. Berlinghoff, Niederbergheim (2x); J. Bergschneider, Scharmede (4x); F. Bertelsmeier, Upsprunge; H. Bl\u00f6meke =, Langeneicke; K. B\u00f6ddeker, St\u00f6rmede (2x); J. Bolte, Verne; H. B\u00f6hmer, Langeneicke (3x); F. Borgelt, Overhagen; H. Borgschulze, Weslarn; W. Bonnekoh, Ruhne; Th. Bracht, Stirpe (4x); A. Brinkhaus, St\u00f6rmede; H. Brinkhoff, Anr\u00f6chte; J. Brinkmann, Scharmede (3x); F.-J. Brock, Westernkotten; J. B\u00fchner, Klieve; H. B\u00fcker, Weckinghausen; B. Bukler, Verlar; F. Conze-Hengst, Borgentreich; F.-J. Cramer, Geseke (2x); J. Dahlhoff, V\u00f6llinghausen; F.-J. Degener, Langeneicke (4x); J. Deimel, Westernkotten (2x); J. Deimel, Ebbinghausen; H. Deiters, St\u00f6rmede (3x); M. Diemel, Enkesen\/ Klei (3x); E. Dierkes, K\u00f6rbecke; J. Dieste, Anr\u00f6chte; H. Drewer-Gutland, Ehringhausen; J. Dr\u00fcke, Salzkotten; J. Eikel, Scharmede (4x); J. Eikel-Fraune, Scharmede (2x); Th. Einhoff, Weckinghausen; N. Erdmann, Westernkotten; J. Fraune, Th\u00fcle; J. Frielinghausen, Anr\u00f6chte; W. Fr\u00fcndt, Upsprunge; W. Gerdesmeier, Th\u00fcle (4x); J. Gockel-Rixen, St\u00f6rmede; M. Gockel-B\u00f6hner =, St\u00f6rmede; F. G\u00f6dde = u. Familie, Ehringhausen (4x); A. Gottbrath =, Langeneicke (2x); F. Grote, Langeneicke (5x); J. Gudermann, Westernkotten; J. G\u00fcnnewig, B\u00f6kenf\u00f6rde; J. Hansbuer, Schallern; H. Haase =, Th\u00fcle; J. u. M . Hassenj\u00fcrgen, Upsprunge (2x); J. Hecker, Upsprunge (2x); H. Heiming, V\u00f6llinghausen (3x); Heinrich, Ehringhausen; P. Henn, B\u00f6ckum; W. Herbold, Borgentreich; H. Hermannschulte, V\u00f6llinghausen (3x); Hilleke, M\u00f6nninghausen; M. H\u00f6tte, Seringhausen; E. Hollenbeck, Westernkotten; N. Hoppe, sen. u. jun. Westernkotten (2x); H. H\u00fcggenberg, Neuengeseke; H.-J. Hupe, Scharmede; J. Isekenmeyer, Verne; H. Jacob, Berenbrock; A. Jacobi-Sch\u00e4fer,Westernkotten; F.-G. J\u00e4ker, V\u00f6llinghausen; H. Jasper, Schl\u00fcckingen; J. Jaspert, Altengeseke; Jungermann sen. =, B\u00f6kenf\u00f6rde (2x); F. Kellner, Verne (2x); J. Kemper-K\u00f6ster =, St\u00f6rmede; F.-J. Kloid, Borgentreich; K. Knoop =, Stirpe; W. Knoop-Schnieder, Stirpe; Knuus, Dreckburg, Salzkotten; Albert = u. B. K\u00f6ller, B\u00f6kenf\u00f6rde (4x); J. K\u00f6lsch, St\u00f6rmede; H. Koch,\u00a0 Scharmede (2x); M. Koch, Scharmede; K. Koch, Borgentreich (2x); F. Koch-Schulte, Seringhausen; H. Kolkmann, B\u00f6kenf\u00f6rde; F. Krahn, B\u00f6kenf\u00f6rde; W. K\u00fchne, Lohne; F. K\u00fcke, Kellinghausen; J.-K. Langehans, St\u00f6rmede; F.-G. Langehenke, Vernerholz; A. Lappe, Geseke (3x); F. Laux =, Langeneicke; P. Levenig, Erwitte (2x); H. Linneweber, Geseke; F. u. H. Lohmann, Eikeloh (4x); H.-W. Lohmann, S\u00f6nnern; W. Luhmann =, Bettinghausen; K. Maas, Siddinghausen; A. Meilfes, Langeneicke (7x); H. Mennemeier =, Th\u00fcle; K. Mergenmeier, sen. = u. jun., Langeneicke (16x); J. Meschede, Upsprunge; A. Meyer, sen. u. jun., Langeneicke (16x); A. Mollerus, Effeln; L. Niggemeier, Robringhausen; H. Niggemeier, Lohne; J. Nilges, St\u00f6rmede (3x); M. N\u00f6lkensmeier, Verne (3x); K. N\u00f6lleke, Scharmede; S. Nolte, Verne; E. Numsen, Merklinghausen; J. Pape, Geseke; F. Pieper-Hunold, B\u00f6kenf\u00f6rde; J. Plass =, Th\u00fcle; K. Platenius, Neuengeseke; J. Prenger, Schl\u00fcckingen (5x); W. Radine, Ebbinghausen; A. Rehborn, Langeneicke (2x); A. Reineke, Brockhausen; H. Rickert-Schulte, Weckinghausen (2x); T. Rickert-L\u00f6ser, sen.u. jun. Stirpe (5x); W. Riepe, Borgentreich; K. R\u00f6hren, Scharmede; H. Rogge, Scheidingen; F. Romberg, Mittelhausen; A. Rotgeri, Geseke; H. Rump, Langeneicke (9x); H. R\u00fcther, R\u00fcthen; U. R\u00fcther- Blanke, Menzel; A. Sch\u00e4fer-Jacobi, Bad Westernkotten; A. Sch\u00e4fers, Sieveringen; L. Scherf, Th\u00fcle; J. Schlenger, Scharmede; (2x); M. Schl\u00f6sser, Oberense; L. Schlotmann, Weslarn (2x); J. Schmidt, Geseke; K. Schmidt, Geseke; B. Schm\u00f6le, Waltringen; Schm\u00fccker, Kellinghausen; H. Schnelle, St\u00f6rmede (2x); B. Schnieders, Langeneicke (5x); J. Schorlau, Anr\u00f6chte; W. Schrewe,Th\u00fcle (3x); N. Schr\u00f6der, Altengeseke (9x); L. Schrop, Eikeloh; J. Schulte, Geseke; J. Schulte, Verne; M. Schulte, Westhemmerde; T. Schulte, Scharmede; K.-J. Schulte, Domhof\u00a0 (2x); Schulte-Ahrens; Anton = und J. Schulte-Hampe, Langeneicke (16x); Schulte-Niermann; Schulte-Remmert, Dedinghausen; Schulte-Rixmeier, Westernkotten; F. Schulte-Thiemeier, Rixbeck (4x); K.-E. Schulze, M\u00fcllingsen; Schumacher-Rinsche, Wiggeringhausen (3x); B. Schwarte, Geseke; F. Schweins, St\u00f6rmede (4x); H.-J. Severin, Waltringen; W. Seithe, Wambeln; A. Simon, Langeneicke (2x); D. Sommer, Enkesen im Klei; E. Sommer, Robringhausen; J. Sommer, V\u00f6llinghausen; H. Sommer, Ense (4x); J. Sprink =, Langeneicke; Steinmann, H.-P., Erwitte (2x); A. Stukenberg, Verne (8x); J. Stute-Schlamme, B\u00fcderich; K. Syring, Th\u00fcle; B. Syring, Th\u00fcle (4x); W. Temborius, Scharmede (2x); P. Thiemann, Ense (2x); W. Thiemann, Ehringhausen (2x); F. Thiemeyer, Berenbrock; H. Varnholt, sen. u. R. jun., Enkesen im Klei (4x); T. Vielberg-Haarhof, Bremen (2x); J. Vollmer, Geseke; H.W. Vormberg, Enkesen; Dr. Vornegut, Schmerlecke (2x); J. Votsmeier, Th\u00fcle; I. Wegener-Merschmann =, Bettinghausen; E. Wenner, Wiehagen (4x); S. Werning, Scharmede; H. Werning, Scharmede; K. Wesling, Langeneicke (6x); A. Westerfeld, Westernkotten; H. Westerhold, Bettinghausen; H. Wieneke-St\u00f6cker, B\u00f6kenf\u00f6rde; D. Wiener, Lohne; R. Wilmes, Verne; F. Wilmesmeier, B\u00f6kenf\u00f6rde; Windh\u00fcvel, Beusingsen; F. W\u00f6rdehoff, Stirpe; W\u00fcnnerke, Salzkotten.<strong>\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>Obwohl der westf\u00e4lische Landsmann an sich ja als sturer Dickkopf(dickk\u00f6pfiger Einzelg\u00e4nger??) gilt, haben demnach 34 Jahre lang viele Personen konstruktiv zusammen gewirkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>7. Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p>In Westfalen konnten Brutvorkommen der Wiesenweihe im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands vergleichsweise fr\u00fch (1850) nachgewiesen werden. F\u00fcr das 19 Jh. liegen nachfolgend nahezu durchg\u00e4ngig Nachweise auf Brutvorkommen in den Heide- und Moorgebieten des M\u00fcnsterlandes und den Feldlandschaften der B\u00f6rden vor. Im 20. Jhr. kam es zu Ver\u00e4nderungen bei der r\u00e4umlichen Verbreitung der Wiesenweihe in Westfalen. W\u00e4hrend die Getreideanbaugebiete der fruchtbaren B\u00f6rden stetig besiedelt wurden, sind die Brutvorkommen im M\u00fcnsterland weitgehend erloschen. Der R\u00fcckzug geht einher mit dem Lebensraumverlust infolge der Kultivierung der Heide- und Moorgebiete und deren fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfigen R\u00fcckgang. Bei den Getreidebruten wurden infolge der landwirtschaftlichen Intensivierung seit den 1960er Jahren vermehrt Brutverluste festgestellt, die durch die modernen M\u00e4hdrescher (?Erntetermine und -methoden) verursacht werden.<\/p>\n<p>Seit Mitte der 1960er Jahre bem\u00fchen sich Ornithologen um den Schutz der gef\u00e4hrdeten Bruten in Getreidefeldern. Im Vertragsnaturschutz allgemein \u00fcbliche Artenschutzma\u00dfnahmen werden gezielt als Sicherung vor den Erntemaschinen gemeinsam mit den Landwirten durchgef\u00fchrt. Von 1966-1999 kam es in Westfalen zu einer kontinuierlichen Bestandserholung von 4 (beobachteten?) auf rund 50 Brutpaare, insgesamt wurden 621 Brutpaare festgestellt. Mehr als 97 % der Paare br\u00fcteten in Getreidefeldern. Die Hellwegb\u00f6rde besitzt seit den 1990er Jahren eines der bedeutensten und gr\u00f6\u00dften Brutvorkommen Deutschlands \u2013 teils mit kolonieartigen Ansiedlungsmustern. Lediglich in der Warburger B\u00f6rde br\u00fctet regelm\u00e4\u00dfig nur ein Paar in einem Hochstauden-Binsen-Bestand.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>8. Literatur<\/strong><\/p>\n<p>[AGF] ARBEITSGRUPPE FEUCHTWIESEN STEINFURT (1994-1999): Feuchtwiesenschutzprogramm im Kreis Steinfurt. Erfahrungsberichte 1994-1999.Unver\u00f6ff. Mskrpt. Steinfurt.<\/p>\n<p>ALPENS, K. 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S.Z.S.\u00a0 50 \u2013 52, 77 \u2013 87.<\/p>\n<p>KROGULEC, J. (1993): Status, population trends, breeding habitats and conservation problems of Montagu&#8217;s Harrier (<em>Circus pygargus<\/em>) in Poland. 29-30. In: CLEMENS, C. (Hrsg.): International Montagu&#8217;s Harrier (<em>Circus pygargus<\/em>) Conference. Kiel.<\/p>\n<p>LAUDAGE, F.-J. (1995): Schutz von Wiesenweihe und Rohrweihe in der Warburger B\u00f6rde. Unver\u00f6ff. Mskrpt. Warburg.<\/p>\n<p><strong>LEIFELS<\/strong>, K.D. (1993): Renaturierungskonzepte f\u00fcr das geplante Naturschutzgebiet Osternheuland \u2013 In den Erlen. Diplomarbeit Universit\u00e4t- Gesamthochschule Paderborn, Abteilung H\u00f6xter, Fachbereich 7, 9ff.<\/p>\n<p>LIPPE<strong>,<\/strong> C. von der (1920): Die Raubv\u00f6gel Westfalens. B1. Naturschutz Heimatpfl. 6 (7\/8), 22 \u2013 24.<\/p>\n<p>LOOFT, V. &amp; G. BUSCHE (1981): Die V\u00f6gel Schleswig-Holsteins \u2013 Greifv\u00f6gel. Wachholtz Verlag, Neum\u00fcnster.<\/p>\n<p>[NABU-Warendorf] NATURSCHUTZBUND DEUTSCLAND \u2013 KREISGRUPPE WARENDORF (1993-2000): Brutergebnisse der Rohrweihe und Wiesenweihe im Kreis Warendorf 1993-1999. Unver\u00f6ff. Mskrpt. Wadersloh\/Rinkerode.<\/p>\n<p><strong>NAUMANN<\/strong><\/p>\n<p>OAG DETMOLD (1977): Mitteilungen der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Detmold 25, 7.<\/p>\n<p>PEITZMEIER, J. (1938): Beitr\u00e4ge zur Ornis des Warburger Landes. II. Nat. u. Heimat 5, 10 ff.<\/p>\n<p>PEITZMEIER, J. (1969a): Avifauna von Westfalen, 213 \u2013 214.<\/p>\n<p>PEITZMEIER, J. (1969b): Die Vogelwelt der westf\u00e4lischen Getreidelandschaft. Bonn. Zool. Beitr. 20 (1\/3), 151-163.<\/p>\n<p>PEITZMEIER, J. (1979): Avifauna von Westfalen. 2. Aufl. M\u00fcnster.<\/p>\n<p>PETZOLD, H. (1970): Die Auswirkungen der Drainung auf den Vogelbestand eines Wiesengel\u00e4ndes. Dargestellt am Beispiel der Ahsewiesen bei Wiltrop (Kr. Soest). Unver\u00f6ff. Examensarb. P\u00e4da. Hochsch. Ruhr. Dortmund.<\/p>\n<p>PROBST, W. (1952):\u00a0 Noch eine Weihe. Heimatbuch des Kreises Lippstadt 3. 183-184.<\/p>\n<p>RADE, E. &amp;\u00a0 H. LANDOIS (1886): Die Vogelwelt Westfalens. In: LANDOIS, H.: Westfalens Tierleben in Wort und Bild. Bd. 2. M\u00fcnster, 225-227.<\/p>\n<p>REICHLING, H. (1915\/16): Beitr\u00e4ge zur Vogelfauna des M\u00fcnsterlandes. S.Z.S. 44, 154 &#8211; 168<\/p>\n<p>REICHLING, H. (1932): Beitr\u00e4ge zur Ornis Westfalens und des Emslandes. Abh.Westf. Prov. Mus. Naturkde. 3, 307-362.<\/p>\n<p>SCHMIDT, H. (1907\/08): Kleiner Beitrag zur Westf\u00e4lischen Vogelfauna. S.Z.S. 36, 74-76.<\/p>\n<p>SCHOENNAGEL<strong> <\/strong>\u00a0(1968): Wiesenweihe br\u00fctete im Kreis Minden. Anthus 5, 33.<\/p>\n<p>STICHMANN, W. (1966): In der Oberb\u00f6rde f\u00fchlen sich die Steppentiere wohl. Heimatkalender Kreis Soest.<\/p>\n<p>WEBER, H. (1938): Am Horst der Wiesenweihe. Nat. u. Heimat 5, 83-85.<\/p>\n<p>WEMER, P. (1905\/1906): Beitr\u00e4ge zur westf\u00e4lischen Vogelfauna. S.Z.S. 34, Jber. Zoolog. Sekt. Westf. Prov.-Ver. Wiss. Kunst, 58-89.<\/p>\n<p>WOLFF, G. (1952): Die Lippische Vogelwelt im Wandel der Jahre. Mitt. Lipp. Gesch. Landeskde. 21, 201-288.<\/p>\n<p>W\u00dcST, W. (1979): Avifauna Bavariae. Die Vogelwelt Bayerns im Wandel der Zeit. Bd. I., Alt\u00f6tting.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Autoren:<\/p>\n<p>D. G., Am S\u00f6tling 8, 59556 Lippstadt-Hellinghausen<\/p>\n<p>M. H., Biologische Station Soest, Teichstr. 17, 59505 Bad Sassendorf-Lohne<\/p>\n<p>W. P., Westfeld 77, 58730 Fr\u00f6ndenberg<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Abbildungen<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Fotos<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Brilliante Farbfotos<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Portr\u00e4t M\u00e4nnchen (sitzend)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Portr\u00e4t Weibchen (sitzend)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jagdflug M\u00e4nnchen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Flugaufnahme M\u00e4nnchen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Flugaufnahme Weibchen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nestlinge klein (evtl. mit Horstumfeld)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nestlinge gro\u00df (evtl. mit Horstumfeld)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>M\u00e4hdrescher + Landwirt<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Freigem\u00e4hte Schutzzone<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ackerbaugebiet B\u00f6rde &#8211; Lebensraum Brutgebiet (Ansiedlungsphase, \u00c4u\u00dferes Erscheinungsbild) &#8211; Lebensraum Jagdgebiet<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<div><br clear=\"all\" \/><\/p>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> B\u00f6rde = fruchtbare Ebene; L\u00f6\u00df = In der Nacheiszeit durch den Wind abgelagerter, feinsandiger, lehmiger Schluff mit max. 10-15 % CaCO\u00b3<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Feldmaus-Gradationen wurden auch im 19. Jh. aus westf\u00e4lischen Landschaften, vorzugsweise aus den Kultursteppen der B\u00f6rden und des Sintfelds (Paderborner Hochfl\u00e4che) gemeldet (ALTUM 1867).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wiesenweihe &#8211; Mauser Wiesenweihe &#8211; Auswertung Brutverbreitung &nbsp; Doris Glimm, Manfred H\u00f6lker und Werner Pr\u00fcnte Die Wiesenweihe Circus pygargus in Westfalen: Historische Brutverbreitung seit 1850 und Bestandsentwicklung 1966-1999* &nbsp; Historische Verbreitung seit 1850\/Besiedlung von Feldlandschaften-Heiden-Mooren\/Intensivierung der Landwirtschaft: Zerst\u00f6rung von Heiden und Mooren \u2013 Gef\u00e4hrdung der Bruten in Getreidefeldern\/Bestandsentwicklung 1966-1999\/Schutz von Getreidebruten\/Bedeutung der Hellwegb\u00f6rde &nbsp; Die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":10,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-387","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/387","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=387"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/387\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":522,"href":"http:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/387\/revisions\/522"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=387"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}