{"id":46,"date":"2011-08-07T08:55:14","date_gmt":"2011-08-07T08:55:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anthus.de\/?page_id=46"},"modified":"2016-12-03T12:17:35","modified_gmt":"2016-12-03T12:17:35","slug":"werner-prunte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.anthus.de\/?page_id=46","title":{"rendered":"Werner Pr\u00fcnte"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/bilder\/werner_pruente.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"Werner Pr\u00fcnte\" alt=\"Werner Pr\u00fcnte\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/bilder\/werner_pruente.jpg\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Werner Pr\u00fcnte (*06.05.1940 +12.03.2010)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nachruf Werner Pr\u00fcnte www.oagkreisunna vom 13.02.2010<\/strong> (Falko Pr\u00fcnte)<\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>Werner Pr\u00fcnte ist tot<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Vor fast 70 Jahren im Ruhrtal in Fr\u00f6ndenberg geboren, ist der Ornithologe Werner Franz Pr\u00fcnte am 12.03.2010 ebendort unerwartet gestorben.<\/p>\n<p>Schon fr\u00fch fand Werner in den emotionalen Wirren einer Kriegs- und Nachkriegskindheit ohne den fr\u00fch verstorbenen Vater einen Halt und eine Ausflucht in der Ornithologie, die sein Leben wie nichts anderes pr\u00e4gen sollte. In dem vor zwei Monaten verstorbenen Arno Bock und in Horst Mester fand er zwei lebenslange Freunde und Begleiter, die ihm das Tor zur Vogelwelt aufstie\u00dfen und ihm damit seinen eigenen Kosmos er\u00f6ffneten. Mit seinem ausgezeichneten, musikalisch geschulten Geh\u00f6r und der Begeisterung des Heranwachsenden erschlo\u00df er sich ohne noch nicht existente Spektive und ornithologische Spezialliteratur in Windeseile das ganze Spektrum der damals bekannten heimischen Vogelwelt \u2013 und erweiterte es zusammen mit seinen Freunden. Die gro\u00dfen Wassergewinnungsanlagen des Ruhrtals zogen die jungen Fr\u00f6ndenberger Ornithomanen magisch an. Die z. T. gemeinsam und akribisch gef\u00fchrten Tageb\u00fccher geben Zeugnis aus einer l\u00e4ngst untergegangenen ornithologischen Welt voller heute vermisster Seltenheiten aber auch von den \u201cNeuentdeckungen\u201d f\u00fcr die westf\u00e4lische und binnenl\u00e4ndische Avifauna.<\/p>\n<p>Der Abstand zum Vogel war aber immer noch zu gro\u00df: Abhilfe schuf die wissenschaftliche Vogelberingung, die f\u00fcr \u00fcber 50 Jahre dann die unmittelbarste Form seines Zugangs zum Vogel darstellte. Getrieben von einem unstillbaren Wissensdurst und einer Neigung zum inneren Diskurs sah und erkannte Werner in jedem Vogel, in jedem Mauserschema eine eigene Fragestellung, einen Wust zu best\u00e4tigender oder zu wiederlegender Annahmen, die das Denken und Handeln bestimmten. Netze, Stangen, Klangattrappen statt Schulb\u00fccher (das Geld ging heimlich in die Ausr\u00fcstung), -stunden und Studium. Schnell war mit dem \u201cAnthus\u201d \u2013 die Pieper waren als Ohrenv\u00f6gel Programm \u2013 f\u00fcr die jungen westf\u00e4lischen Ornithologen ein Forum gefunden, das einen Aufbruch aus den bestehenden Strukturen versprach und Grundsteine f\u00fcr viele heutige Selbstverst\u00e4ndlichkeiten legte.<\/p>\n<p>Horst Mester war es wieder, der durch sein Studium den Fr\u00f6ndenberger Ornithologen den Blick \u00fcber den Tellerrand des Haarstrangs erm\u00f6glichte \u2013 wenn auch unter Deformation des Geruchssinns: die Kl\u00e4ranlage der Stadt M\u00fcnster, die Rieselfelder. Hier trafen die Fr\u00f6ndenberger F\u00e4nger auf weitere \u201cWilde\u201d um Michael Harengerd und Michael Speckmann \u2013 eine produktive aber auch knisternde Melange.<\/p>\n<p>Bis 1973\/1974 hielt diese, die damalige WOG nachhaltiger beeinflussende Allianz, bis \u2013 auch durch das Scheitern seiner ersten Ehe \u2013 das Band riss: In den Wirren der Zerw\u00fcrfnisse war es nicht Werners Rolle, mit Bedacht die Fugen zu kitten oder auszugleichen. Mit dem Auszug aus den Rieselfeldern und den Trennungen gingen nicht nur Freundschaften zu Bruch, Bockigkeit beerdigte den \u201cAnthus\u201d, die westf\u00e4lischen Ornithologen standen ohne Zeitschrift und Vorsitzende da und wurden emotional und inhaltlich um Jahre zur\u00fcckgeworfen.<\/p>\n<p>Die Ornithologie war der feste Halt in allen Br\u00fcchen, nach den Limikolen folgten f\u00fcr Werner die Weihen: Theodor Trendelkamp und Doris Glimm konnten die jahrelange Unterst\u00fctzung des unerm\u00fcdlichen Suchers in handfeste Schutzerfolge umm\u00fcnzen \u2013 bis das ehrenamtliche Engagement als Aufgabe der Gesellschaft anerkannt wurde und in Manfred H\u00f6lker eine nicht minder zielstrebige Nachfolge fand.<\/p>\n<p>Freiraum f\u00fcr eigene Projekte, Fragestellungen. (Fast) Keine Vogelart, die nicht untersucht und auf die Rolle genommen wurde. Zahllose Fangprogramme, an die 50000 Beringungen auch im Ausland \u2013 zusammen mit Horst Mester und anderen auf den Balearen, in Tunesien, \u00c4gypten, mit Reinhard Vohwinkel und Team in der T\u00fcrkei, mit Bernhard Koch und zuletzt Gregor Zosel vor Ort \u2013 kein Vogel konnte sich in Sicherheit wiegen, keine Fragestellung blieb ungestellt. Unbeantwortet ein Heer. So sehr die Feldarbeit sein Leben jeden Tag ab Sonnenaufgang bestimmt hat, so sehr hat er seinen inneren Widerstand nicht \u00fcberwunden, seine Gedanken, Thesen und Beweisf\u00fchrungen endlich niederzuschreiben. Das Tagesgesch\u00e4ft war sein Metier \u2013 schon aufgrund der T\u00e4tigkeit als langj\u00e4hriger Redakteur seiner Lokalzeitung. Vom Blattmacher zum \u201cBlogger\u201d \u2013 mit mehreren tausend Meldungen hat Werner der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Kreis Unna in den letzten Jahren im Internet ein Gesicht und Ornithologen Orientierung gegeben. So wie er seine Begeisterung vielen jungen Ornithologen und sein Engagement f\u00fcr den Naturschutz einer breiteren \u00d6ffentlichkeit vermittelt hat.<\/p>\n<p>Werner Pr\u00fcnte war ein Allround- und Ausnahmeornithologe \u2013 in der \u00fcbrigen Zeit haben ihn seine Familien als einen warmherzigen, musischen, diskussionsfreudigen und immer humorvollen Menschen erlebt. Er ist nicht am (Vogel-)Netz aus den Stiefeln gekippt \u2013 wie immer, auch selbst, vermutet \u2013 aber beim Aufbruch in das Gelsenkirchener Wasserwerk in Fr\u00f6ndenberg, wo alles begann. Letzte Meldung \u201c. . . 2 Bergpieper im \u00dcbergangskleid, 5 m\u00e4nnliche Bachstelzen\u201d \u2013 mehr und Genaueres war am 11.03.2010 bei Frost und Schnee nicht drin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nachruf Werner Pr\u00fcnte Naturreport 2011 der NFG Kreis Unna<\/strong> (Doris Glimm)<\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>Der Anthus verstummt &#8211; Abschied von Werner Pr\u00fcnte<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Ein Mann der Ruhrstadt durch und durch: Mit Blick auf das Fr\u00f6ndenberger Ruhrtal 1940 geboren \u2013 dort fast 70 Jahre sp\u00e4ter verstorben. Dennoch ist der Ornithologe Werner Pr\u00fcnte \u00fcber den Tellerrand des Haarstrangs hinausgeschritten und hat ornithologisches Neuland betreten.<\/p>\n<p>Der fr\u00fch verstorbene Vater, die zun\u00e4chst raue Nachkriegszeit &#8211; kleine Fluchten waren da \u00dcberlebensstrategie: Als Jugendlichen zog es Werner in das Ruhrtal und das sauerl\u00e4ndische Heimatdorf seiner Mutter. Dort fand er seine, das ganze Leben anhaltende Begeisterung an der Natur und der Ornithologie. Und in Fr\u00f6ndenberg den Anschlu\u00df an die beiden leider viel zu fr\u00fch verstorbenen Ornithologen Arno Bock und Horst Mester. Diese hatten dort zusammen mit anderen bereits das Feld abgesteckt, das Werner mit Riesenschritten ausma\u00df.<br \/>\nOhne die heute so selbstverst\u00e4ndlichen Hilfsmittel wie Fernglas, Spektiv, MP3-Player und bestbebilderte Spezialliteratur war er gezwungen, genau hinzuschauen, sich selbst die Vogelwelt zu erschlie\u00dfen und mit seinem musikalischen Empfinden jede Nuance der einzelnen Vogelstimmen zu erkennen. Sein exzellentes akustisches Empfinden und diese angeeignete genaue Beobachtungsgabe begleiteten und qualifizierten ihn lebenslang als Ornithologen der \u201eExtraklasse\u201c.<br \/>\nAkribisch gef\u00fchrte Tageb\u00fccher aus dem Ruhrtal geben eindrucksvolle Zeugnisse der gegenseitigen Befruchtung der \u201eRuhrtalornithologen\u201c. Schnell geriet \u2013 angespornt durch Horst Mester \u2013 die wissenschaftliche Besch\u00e4ftigung und die Vogelberingung f\u00fcr die Vogelwarte Helgoland ins Zentrum des Interesses. Arno Bock, Horst Mester und Werner Pr\u00fcnte waren es dann auch, die 1961 mit dem \u201eAnthus\u201c den \u201ewestf\u00e4lischen Ornithologen ihr eigenes Mitteilungsblatt\u201c gaben und die Avifauna Westfalens aber besonders des mittleren Ruhrtales aufarbeiteten. Die Verbreitung und Ph\u00e4nologie von Tauchern, Enten, Raufu\u00dfbussard, Kornweihe, Wachtelk\u00f6nig, die Nachweise seltener Arten \u2013 f\u00fcr den Kreis Unna inzwischen wichtige Zeugnisse, um Bestandsver\u00e4nderungen heute einordnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>L\u00e4ngst sprengte Anfang der 1960er Jahre das Interesse den r\u00e4umlichen Rahmen. Zusammen mit Michael Harengerd, Michael Speckmann und vielen anderen waren die Fr\u00f6ndenberger auf die Rieselfelder M\u00fcnster als \u201eTundra mitten in Deutschland\u201c gesto\u00dfen. Die dort gemeinsam betriebene wissenschaftliche Vogelberingung legte dann sp\u00e4ter die Grundlage f\u00fcr die Unterschutzstellung des jetzigen Europareservates. Bis 1974 w\u00e4hrte die Phase der Zusammen- und Vorstandsarbeit in der damaligen Westf\u00e4lischen Ornithologen-Gesellschaft.<br \/>\nDaran schloss sich \u2013 zusammen mit Theodor Trendelkamp und der Verfasserin &#8211; sein langj\u00e4hriger ehrenamtlicher Einsatz f\u00fcr den Erhalt der Wiesen- und Rohrweihen an. Bereits 1965 nach den ersten Entdeckungen ausgem\u00e4hter Weihenhorste angesto\u00dfen, verbrachte er von 1980 bis 1991 jedes freie Wochenende in der Hellwegb\u00f6rde, von Unna bis Warburg, um Brutpl\u00e4tze beider Arten zu finden. Damit half er entscheidend, den Brutbestand seiner Lieblingsart, der eleganten Wiesenweihe, von anf\u00e4nglich 4 auf 45 Paare zu erh\u00f6hen \u2013 immerhin die sp\u00e4tere Verleihung des Bundesverdienstkreuzes wert.<br \/>\nMit der \u00dcbernahme des Weihenschutzes durch hauptamtliche Kr\u00e4fte taten sich wieder Freir\u00e4ume f\u00fcr die vielen wissenschaftlichen Fragestellungen auf, die Werner seit der ornithologischen Fr\u00fchphase umtrieben. Insbesondere die Erforschung des Zugverhaltens, der Zugstrategien und vor allem der Mauser vieler Arten. Weithin war er als Fachmann f\u00fcr die Beschreibung und die Erkl\u00e4rung des Gefiederwechsels der Singv\u00f6gel als grundlegendem Lebensvorgang der Federtiere anerkannt. Mehr als 100.000 Beringungen und Tausende Mauserprotokolle geben Zeugnis seiner \u00fcber 50j\u00e4hrigen Beringert\u00e4tigkeit f\u00fcr die Vogelwarte Helgoland. \u00dcberwiegend am Haarstrang bei Fr\u00f6ndenberg gesammelt, aber auch w\u00e4hrend vieler Exkursionen und Beringungsprojekte auf den Balearen, in Tunesien, \u00c4gypten und zuletzt mehrj\u00e4hrig mit gro\u00dfer Mannschaft in der T\u00fcrkei.<\/p>\n<p>Dabei verlor er nie den Blick f\u00fcr die Vogelwelt seines Heimatkreises. Weite Bereiche des Kreises Unna sind von ihm f\u00fcr den \u201eBrutvogelatlas des Kreises Unna\u201c und die nachfolgenden Kartierungsprojekte kontrolliert worden. Mit seinem Gesp\u00fcr noch f\u00fcr kleinste Ver\u00e4nderungen in der Vogelwelt hat er bis zu seinem Todestag im Kreis Unna t\u00e4glich den ornithologischen Jahreslauf dokumentiert und ver\u00f6ffentlicht: z. B. die Feststellung des Orpheussp\u00f6tters als neue Brutvogelart im Kreis Unna \u2013 und dem Beleg, dass diese Art bereits weiter verbreitet ist, als bisher angenommen. Schon in den 1980er Jahren forschte er auf Ibiza zusammen mit seinen Freunden an dieser Vogelart. Ebenso der Stieglitz, dessen unterschiedliche Mauserstrategie im Mittelmeerraum und in Westfalen eine Arbeit im Journal f\u00fcr Ornithologie wert war. Dem Fitis widmete er eine Auswertung zum Vergleich zwischen Vorkommen und Morphologie auf Menorca und in Fr\u00f6ndenberg, dem Baumpieper opferte er N\u00e4chte im S\u00fcden und jahrelang Fr\u00fchstunden im Kreis Unna um die Zugstrategie und Mauser der Art zu beschreiben, ganz besonders intensiv wurde der Feldschwirl mit Tausenden F\u00e4ngen untersucht, um Brutverhalten, Zug und den sehr abweichenden Mauserzyklus der Art zu dokumentieren \u2013 usw. usw.<br \/>\nUnter den anstrengenden winterornithologischen Bedingungen hat er neue \u00dcberwinterungs-Strategien, sei es beim Hausrotschwanz, dem Zilpzalp, dem Sommergoldh\u00e4hnchen oder der Heckenbraunelle, erforscht, dokumentiert und zu erkl\u00e4ren versucht. Erkenntnisse, die erst nach und nach in ihrer Bedeutung erkannt werden.<br \/>\nEine hervorstechende Eigenschaft lag in Werners Pers\u00f6nlichkeit, sein erarbeitetes Wissen an jeden Interessierten weiterzugeben, egal ob es Kinder, Jugendliche oder Doktoranten betraf. Er nahm sie mit zu seinen Beringungspl\u00e4tzen oder auf die Suchfahrten nach zu sch\u00fctzenden Arten. Er schickte ihnen Bestimmungsb\u00fccher und Literatur, um sie zum Weitermachen im Natur- und Artenschutz zu ermutigen. Nicht nur das, sondern auch enormes pers\u00f6nliches Kapital steckte er in die Erforschung der hiesigen Vogelwelt, in Cap Bon in Tunesien kungelte Werner den bekannten Sperberf\u00e4ngern Fangnetze ab mit der Begr\u00fcndung: \u201eDamit kann kein Schaden mehr angerichtet werden!\u201c.<br \/>\nNicht nur die Vogelwelt erregte sein Interesse, auch die heimischen Mollusken und anderes in der Fauna und Flora. Alte Handwerkskunst in Form b\u00e4uerlicher M\u00f6belst\u00fccke konnte er voller Staunen mit enormem Wissen bewundern und den wohlverdienten Ausgleich fand er immer wieder am Klavier.<br \/>\nIn den langen Berufsjahren als Redakteur einer Lokalzeitung hat Werner Pr\u00fcnte sich vehement f\u00fcr den Erhalt der Natur eingesetzt. Sein Mittel dazu und gern gelesen waren die \u201eSpitzen\u201c in \u201eseiner\u201c Westfalenpost, anfangs noch unter dem Pseudonym \u201eanthus\u201c, sp\u00e4ter ging es dann manchmal \u201epr\u00fcde\u201c zu.<br \/>\nMit Werners strahlendem Lachen, seiner Erz\u00e4hlkunst und seiner Anteilnahme an Anderen war er in jeder Runde sofort der beliebte Mittelpunkt.<br \/>\nDer Anthus ruft nicht mehr, Werner Pr\u00fcnte ist nicht mehr unter uns! Wir sind tief betroffen \u00fcber den Verlust.<br \/>\n<strong>Nachruf Werner Pr\u00fcnte www.rieselfelder-muenster.de vom 18.03.2011<\/strong> (Michael Harengerd, <a href=\"http:\/\/www.rieselfelder-muenster.de\/aktuelles\/aktuelles10.htm\" target=\"_blank\">www.rieselfelder-muenster.de<\/a>)<br \/>\n<span style=\"color: #808080;\"><strong>Werner Pr\u00fcnte \u2020 &#8211; 06.05.1940 \u2013 12.03.2010<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Zuletzt haben wir ihn erlebt, wie er auf dem 40-Jahres-Jubil\u00e4um der Biologischen Station im Oktober 2008 intensiv in die fachlichen Diskussionen eingriff, und gedacht: Ganz der Alte!<\/p>\n<p>Denn Werner Pr\u00fcnte geh\u00f6rte zu den 4 Personen, die 1968 das breit angelegte Farbberingungsprogramm in den Rieselfeldern M\u00fcnster entwickelt haben, das in den Folgejahren die Argumentationen f\u00fcr die Schutzbem\u00fchungen ma\u00dfgeblich gef\u00f6rdert hat. Er war auch &#8211; jedesmal von Fr\u00f6ndenberg anfahrend \u2013 bei fast allen Fangaktionen an den Zugwochenenden dabei. Seine besondere Begabung bestand darin, junge Leute f\u00fcr die Feldornithologie und die Vogelberingung begeistern zu k\u00f6nnen. Viele heute zwischen 50 und 60 Jahre alte Berufs- oder Amateur-Ornithologen aus allen Teilen Westdeutschlands waren von 1969 an w\u00e4hrend ihres Studiums mehr oder weniger regelm\u00e4\u00dfige \u201eArbeitsg\u00e4ste\u201c bei den Fangeins\u00e4tzen in den Rieselfeldern oder beim Umbau der Baracke zur Biologischen Station.<\/p>\n<p>Seine Energie war legend\u00e4r: Wenn ein Gro\u00dfteil der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sp\u00e4testens ab 3.00 Uhr morgens allm\u00e4hlich in Lethargie verfiel, hielt er unverdrossen nicht nur die ganze Nacht durch, sondern auch noch den Folgetag, wenn die Fangzahlen entsprechend gro\u00df waren.<\/p>\n<p>Werner Pr\u00fcnte war 1972 \u2013 zusammen mit Fritz P\u00f6lking, Michael Speckmann und mir \u2013 einer der Autoren des ersten B\u00fcchleins \u00fcber die Rieselfelder M\u00fcnster: \u201eDie Tundra ist mitten in Deutschland\u201c, das sich in M\u00fcnster und Umgebung derma\u00dfen gut verkaufte, dass nach kurzer Zeit ein Nachdruck n\u00f6tig war.<\/p>\n<p>Kennen gelernt hatten wir uns Anfang der 1960er Jahre im Rahmen der Beratungen zur Abfassung einer Avifauna von Westfalen unter der Leitung von Josef Peitzmeier. Da hatte Werner Pr\u00fcnte \u2013 zusammen mit dem ebenfalls vor kurzem verstorbenen Arno Bock sowie Horst Mester \u2013 die Initiative ergriffen und mit dem \u201eAnthus\u201c 1961 die erste feldornithologische Zeitschrift ins Leben gerufen. Die ersten Jahre der Herausgabe waren hart; er trug die redaktionelle Arbeit weitgehend und das finanzielle Risiko zun\u00e4chst ganz allein. Dies \u00e4nderte sich erst 1971, als Fritz P\u00f6lking, den wir ebenfalls in den Rieselfeldern kennen gelernt hatten, mit seinem \u201eKilda-Verlag\u201c einen Teil des Risikos \u00fcbernahm.<\/p>\n<p>Mit der allm\u00e4hlichen Fertigstellung der \u201eAvifauna von Westfalen\u201c, zu der sich vor allem Horst Mester und Werner Pr\u00fcnte zunehmend kritischer \u00e4u\u00dferten, wuchs bei vielen vor allem j\u00fcngeren Feldornithologen der Wunsch nach einer eigenen westf\u00e4lischen ornithologischen Vereinigung \u2013 au\u00dferhalb des Einflussbereiches des Landesmuseums f\u00fcr Naturkunde in M\u00fcnster. Nach einigen heftigen Attacken des damaligen Direktors Ludwig Franzisket (der mal von \u201ePathologischen Perfektionisten\u201c sprach), wurde schlie\u00dflich am 19.1.1969 die Westf\u00e4lische Ornithologen-Gesellschaft (WO-G) gegr\u00fcndet, bei der Werner Pr\u00fcnte \u2013 der auch zusammen mit Klaus Conrads, Gisela Eber, W.-O. Fellenberg, Horst Mester, Harro-H. M\u00fcller und K.-J. Sch\u00e4fer und Gert Ziegler den Gr\u00fcndungsaufruf unterschrieben hatte \u2013 eine engagierte Begr\u00fc\u00dfungsrede hielt.<\/p>\n<p>Nachdem zun\u00e4chst Horst Mester und Claus Conrads Vorsitzende der neuen WO-G waren, wurde Werner Pr\u00fcnte dann 1972 Vorsitzender, der auf eigenen Wunsch 1974 aus diesem Amt wieder ausschied. Dies hing auch mit der Diskussion \u00fcber die Zeitschrift \u201eAnthus\u201c zusammen, weil die WO-G sie gerne in eigener Herausgeberschaft publizieren wollte. Dieser Wechsel gelang allerdings nicht, so dass die WO-G ab 1974 ihren \u201eAlcedo\u201c herausgab und der \u201eAnthus\u201c sein Erscheinen einstellte.<\/p>\n<p>Werner Pr\u00fcnte konnte sich danach mit vollem Elan wieder \u201eseinem\u201c Ruhrtal widmen; in der Folgezeit dehnte sich sein Aktionsradius immer weiter aus, bis hin zu feldornithologischen Untersuchungen auf den Balearen und intensiver Fangt\u00e4tigkeit in der T\u00fcrkei. Auch um sein Haus herum waren fast immer Netze gespannt &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werner Pr\u00fcnte (*06.05.1940 +12.03.2010) &nbsp; Nachruf Werner Pr\u00fcnte www.oagkreisunna vom 13.02.2010 (Falko Pr\u00fcnte) Werner Pr\u00fcnte ist tot Vor fast 70 Jahren im Ruhrtal in Fr\u00f6ndenberg geboren, ist der Ornithologe Werner Franz Pr\u00fcnte am 12.03.2010 ebendort unerwartet gestorben. 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