{"id":532,"date":"2014-03-28T07:22:52","date_gmt":"2014-03-28T07:22:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.anthus.de\/?page_id=532"},"modified":"2014-03-28T17:42:21","modified_gmt":"2014-03-28T17:42:21","slug":"wiesenweihe-brutvorkommen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.anthus.de\/?page_id=532","title":{"rendered":"Wiesenweihen-Brutvorkommen"},"content":{"rendered":"<p>Sie finden hier die von Doris Glimm und Ralf Joest vorgenommene &#8222;<a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/download\/wiesenweihe_hellwegboerde_1966_1992_kl.pdf\" target=\"_blank\">Dokumentation der Brutvorkommen und der Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Nester der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde 1966 bis 1992<\/a>&#8222;, die eine Bilanz der mehr als 25-j\u00e4hrigen Weihenschutzarbeit in der Hellwegb\u00f6rde unter Beteiligung heimischer Ornithologen zieht (<a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/download\/wiesenweihe_hellwegboerde_1966_1992_kl.pdf\" target=\"_blank\">hier auch als Download verf\u00fcgbar<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2><strong>Dokumentation der Brutvorkommen und der Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Nester der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde 1966 bis 1992<\/strong><\/h2>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-555\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_1\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_1.jpg\" width=\"732\" height=\"1000\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_1.jpg 732w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_1-219x300.jpg 219w\" sizes=\"auto, (max-width: 732px) 100vw, 732px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 style=\"text-align: center;\">Doris Glimm &amp; Ralf Joest<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2 align=\"center\">Februar 2014<\/h2>\n<h2>Vorbemerkung<\/h2>\n<p><i>Ab Mitte April kreisen die Gedanken wieder um die Wiesen- und Rohrweihen:<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>\u201e&#8230;Wann treffen sie aus dem afrikanischen Winterquartier in ihrem Brutgebiet ein und wie viele kommen wieder? Wie waren die Flugbedingungen, bezogen auf Wetter und Nahrung? Wie viele Jagdreviere m\u00fcssen die Weihen auf ihrem Herbst- und Fr\u00fchjahrsflug \u00fcberqueren, immer der Gefahr ausgesetzt, geschossen zu werden! Der Flug \u00fcber das Mittelmeer scheint den Greifv\u00f6geln selbst an der schmalsten Stelle im Allgemeinen Schwierigkeiten zu bereiten. Ist die Thermik nicht ausreichend, kehren sie um und kommen wieder auf das Festland zur\u00fcck. Manchmal mehrfach hintereinander. Kleinv\u00f6gel und auch Schmetterlinge fliegen einfach los.<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Die Suche im Kreis Soest beginnt\u2026\u201c<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Einleitung<\/h2>\n<p>Der Schutz der seltenen und landesweit vom Aussterben bedrohten Wiesenweihe hat in der Hellwegb\u00f6rde eine fast f\u00fcnfzigj\u00e4hrige Tradition. Nachdem vorher immer wieder Einzelmeldungen mitgeteilt wurden, begann im Jahr 1966 auf Initiative von Werner Pr\u00fcnte die aktive Suche nach Wiesenweihennestern mit dem Ziel, durch Schutzvereinbarungen mit den Landwirten die im Getreide angelegten Nester vor dem Ausm\u00e4hen zu bewahren. Bei den gemeinschaftlich durchgef\u00fchrten Schutzbem\u00fchungen in der Hellwegb\u00f6rde hatten von 1966 bis 1973 Theodor Trendelkamp, von 1974 bis 1979 Doris Glimm und von 1980 bis 1992 Doris Glimm und Werner Pr\u00fcnte die Federf\u00fchrung (Abbildung 1). Sie f\u00fchrten die Suche und die Schutzma\u00dfnahmen rein ehrenamtlich neben ihrer jeweiligen ganzt\u00e4gigen Berufst\u00e4tigkeit als Oberstudienrat in Soest, in der Tierproduktion bei der Landwirtschaftskammer Haus D\u00fcsse und als Redakteur der Westfalenpost in Menden mit hohem Zeitaufwand durch. Die Weihenbruten in den anderen Regionen Westfalens wurden im Raum H\u00f6xter\/Steinheim von Ingo Kottmann, im Raum Warburg von Franz-Josef Laudage und Herbert Schr\u00f6der betreut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele Vogelkundler trugen durch Mitteilungen von Beobachtungen und Hilfe bei der Suche und Betreuung der Nester zum Weihenschutz bei. Stellvertretend seien hier Charlotte Glimm, Gerd K\u00f6pke, Helmut Petzold, Robert Plattfaut-Schumacher, Otto Raap und Thomas Raus genannt. Ab 1993 wurde der Weihenschutz durch die Biologische Station der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz bis 2005 von Manfred H\u00f6lker, ab 2006 von Hubertus Illner weitergef\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die verf\u00fcgbaren Angaben zu fr\u00fcheren Brutvorkommen der Wiesenweihe in Mittelwestfalen bis in die 1950er Jahre wurden schon an verschiedenen Stellen zusammengetragen (Peitzmeier 1979, Glimm et al. 2001, Illner 2008a) und die Bestandsentwicklung und die Brutverbreitung bis 1999 ausf\u00fchrlich zusammengefasst (Glimm et al. 2001, H\u00f6lker 2002a). Neben den j\u00e4hrlichen Berichten des Weihenschutzprogramms gibt der Brutvogelatlas von Nordrhein-Westfalen einen landesweiten \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle Brutverbreitung und Bestandssituation der Wiesenweihe (Illner 2013).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In dieser Zusammenstellung sollen die Brutverbreitung und die Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr die Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992 aus den Aufzeichnungen von Theodor Trendelkamp und Doris Glimm dokumentiert werden. Ziel ist es, die privaten Aufzeichnungen und Erfahrungen f\u00fcr sp\u00e4tere r\u00e4umliche und zeitliche Vergleiche verf\u00fcgbar zu machen, ohne dass eine vollst\u00e4ndige wissenschaftliche Auswertung des gesammelten Materials angestrebt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-554 alignleft\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_2\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_2.jpg\" width=\"300\" height=\"206\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_2.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_2-300x206.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-553 alignleft\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_3\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_3.jpg\" width=\"300\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_3.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_3-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p><b>Abbildung 1: Links: Theodor Trendelkamp und Doris Glimm untersuchen eine junge Wiesenweihe (1980, Ch. Glimm). Rechts: Werner Pr\u00fcnte, hier mit einer jungen Rohrweihe (1989, D. Glimm).<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Bearbeitungsgebiet<\/h2>\n<p>Das Bearbeitungsgebiet entspricht in seiner gr\u00f6\u00dften Ausdehnung etwa dem Gebiet der Kulturlandschaftsregion der Hellwegb\u00f6rde (LWL 2010). Sie erstreckt sich entlang der heutigen Bundesstra\u00dfe 1 \u00fcber eine L\u00e4nge von etwa 70 Kilometern von Unna im Westen bis Salzkotten im Osten. Die Meeresh\u00f6he nimmt gleichm\u00e4\u00dfig von ca. 70 Meter \u00fcber NN im Nord-Westen auf maximal 410 Meter \u00fcber NN im S\u00fcd-Osten zu. Der Haarstrang, dessen Untergrund aus karstigem Kalkgestein besteht, erhebt sich \u00fcber die eigentliche Hellwegb\u00f6rde und bildet die Schwelle zum sauerl\u00e4ndischen Mittelgebirge. In der Hellwegb\u00f6rde hat sich die Gestalt der durch g\u00fcnstige nat\u00fcrliche Voraussetzungen kulturhistorisch entstandenen offenen Agrarlandschaft bis heute erhalten. Der offene Charakter der Landschaft beruht, neben der \u00fcberwiegenden ackerbaulichen Nutzung bei geringem Geh\u00f6lzanteil, auf dem relativ geringen Grad der Zersiedelung. Im offenen Kulturland herrscht eine intensive ackerbauliche Nutzung vor. Besonders der Anbau von Wintergetreide, vor allem Weizen und Gerste, und verschiedenen Hackfr\u00fcchten wie Zuckerr\u00fcben ist typisch. In den h\u00f6her gelegenen Lagen nehmen noch Raps, in den tiefer gelegenen Lagen Mais einen gr\u00f6\u00dferen Anteil der Nutzfl\u00e4che ein. Ein Gro\u00dfteil der offenen Agrarlandschaft des Bearbeitungsgebietes wurde 2004 als Europ\u00e4isches Vogelschutzgebiet Hellwegb\u00f6rde ausgewiesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Datengrundlage und Vorgehen<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Zusammenstellung beruht auf den privaten Tagebuchaufzeichnungen von Doris Glimm und dem Nachlass von Theodor Trendelkamp. Dieser liegt in Form von \u00dcbersichtstabellen und Karten vor. Ab 1982 wurden die Beobachtungen von Doris Glimm auf Karteikarten festgehalten. Die Lage der lokalisierten Nester wurde ab 1976 systematisch auf Karten im Ma\u00dfstab 1:50.000 eingetragen. Diese Daten wurden in Tabellen aufgearbeitet und die Neststandorte im GIS digitalisiert. Dies erfolgte ebenfalls auf Kartengrundlagen im Ma\u00dfstab 1:50.000. Die relative Lage der Neststandorte zu Landmarken wie Siedlungen, Geb\u00e4uden und Geh\u00f6lzen und vor allem innerhalb des z.T. sehr dichten Wegenetzes (Feldwege) erlaubte eine feldgenaue Digitalisierung in diesem Ma\u00dfstab. In wenigen Ausnahmef\u00e4llen mit nicht exakt lokalisierbaren Standorten d\u00fcrften sich die Nester innerhalb eines gedachten Kreises mit einem Radius von 250 m um den eingetragenen Punkt befunden haben. Vermutete Neststandorte von nicht lokalisierten Paaren und Aufenthaltszentren von Revierpaaren wurden nicht digitalisiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Suche der Bruten<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den 1950er Jahren beschr\u00e4nkten sich die Angaben auf schriftliche Meldungen von Gew\u00e4hrsleuten an Theodor Trendelkamp. Im Jahr 1966 berichteten Fr\u00f6hling und Pr\u00fcnte (1966) \u00fcber erste Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Wiesenweihenbruten bei Unna. Auf Anregung von Werner Pr\u00fcnte begann Theodor Trendelkamp ab diesem Jahr mit der Suche der Nester zun\u00e4chst mit dem Fahrrad ab Soest oder ab dem Bahnhof Lippstadt und sporadischem PKW-Einsatz. Dadurch war in dieser Zeit der Aktionsraum auf das Umfeld von Soest bis Erwitte und St\u00f6rmede<b><i> <\/i><\/b>beschr\u00e4nkt. Die Suche wurde zun\u00e4chst, soweit bekannt, erst ab Anfang Juni begonnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ab 1970 konnten die Kernbereiche der Vorkommen zwischen Soest und Geseke durch erh\u00f6hten Zeitaufwand und PKW-Einsatz von Doris Glimm intensiver kontrolliert und der Suchradius erweitert werden. Ab 1980 erfolgte durch Doris Glimm und Werner Pr\u00fcnte eine intensive, gro\u00dffl\u00e4chige Suche, die auch Randbereiche n\u00f6rdlich der B1 bis Salzkotten, s\u00fcdlich der B1 bis R\u00fcthen und Schl\u00fcckingen, Wiehagen und B\u00f6nen mit einschloss (entspricht etwa dem heute bearbeiteten Kerngebiet). Ab jetzt erfolgten in der Brutsaison auch j\u00e4hrlich mehrere Fahrten in die Warburger B\u00f6rde und auf die Paderborner Hochfl\u00e4che. Im Jahr 1992 wurde Ralf Joest als Zivildienstleistender der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz f\u00fcr die Unterst\u00fctzung freigestellt.<\/p>\n<p>Die Suche der Bruten begann Mitte April. In allen f\u00fcr die Weihen geeigneten Gebieten wurde auf h\u00e4ufigen Fahrten nach Wiesenweihen Ausschau gehalten. Vorrangig wurden dabei die Gebiete aufgesucht, in denen die Paare im Jahr davor Bruterfolg hatten. Dies geschah auf Grund der oft gemachten Erfahrung, dass Weibchen mit Bruterfolg im darauf folgenden Jahr das gleiche Gebiet, bei g\u00fcnstigem Bewuchs sogar das selbe Feld, zur Brut aufsuchten. F\u00fcr das Wiederaufsuchen des Brutgebietes und die Wahl des Brutplatzes ist demnach neben dem Nahrungsangebot und der Witterung auch das Brutergebnis des Vorjahres ein wichtiges Kriterium. Vermutliche Ersatzgelege wurden an Hand r\u00e4umlicher und zeitlicher Kriterien Paaren zugeordnet, die ihre Brut vorher aufgegeben hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn Weibchen nach der Ankunft ortsfest ein paar Tage auf einem kahlen Feld neben einem Gerstenschlag sa\u00dfen, war dies ein deutlicher Hinweis auf eine sp\u00e4tere Ansiedlung. Bringt ein M\u00e4nnchen Futter, legt er es in der fr\u00fchen Phase meist auf der Erde neben dem Weibchen ab. Es entwickeln sich sp\u00e4ter die Balzfl\u00fcge. Das M\u00e4nnchen taucht in das Getreide ein und bietet der Partnerin eine Stelle f\u00fcr den Horst an. Das Weibchen fliegt dazu. Damit steht das Brutfeld fest. Nistmaterial oder Beute tragende Weibchen wurden beobachtet, bis sie die gefundenen Teile ablegten und die jeweiligen Peilpunkte sofort notiert. In dieser Brutphase findet die Futter\u00fcbergabe \u00fcberwiegend in der Luft statt und ein Kr\u00f6pfplatz, oft am Wegrand, wird aufgesucht. Die Peilungen m\u00fcssen aus gro\u00dfer Entfernung gemacht werden, zum einen weil die V\u00f6gel sehr vorsichtig sind, zum anderen auch, damit nicht ein bis dahin unbekanntes Paar gest\u00f6rt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sitzpl\u00e4tze in Nestn\u00e4he auf B\u00fcschen oder B\u00e4umen wurden nur in vier F\u00e4llen beobachtet. Im Jahr 1976 sa\u00dfen M\u00e4nnchen und Weibchen eines Brutpaares bei Bad Westernkotten regelm\u00e4\u00dfig auf niedrigen B\u00e4umen entlang eines Grasweges. In den anderen drei F\u00e4llen wurde jeweils nur das M\u00e4nnchen auf Apfelb\u00e4umen sitzend beobachtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Schutzma\u00dfnahmen<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lokalisierte Nester wurden erst relativ sp\u00e4t, kurz vor der Ernte, kontrolliert und in Absprache mit dem Landwirt bis inkl. 1988 eine 10 x 10 Meter gro\u00dfe Schutzzone mit f\u00fcr den M\u00e4hdrescherfahrer deutlich sichtbaren Eckst\u00f6cken um den Horst herum abgesteckt. Diese kleinen Getreideinseln fielen auf, so dass z.B. Neugierige, Hundehalter und Reiter st\u00f6rten und die Jungv\u00f6gel zu Notfl\u00fcgen veranlassten. Auch Beutegreifer wie F\u00fcchse, freilaufende Hunde und Marderartige k\u00f6nnen diese leichter erreichen. Daher wurden die meisten Schutzzonen vollst\u00e4ndig mit K\u00fckendraht umz\u00e4unt und mit Vergr\u00e4mungsmittel \u201everst\u00e4nkert\u201c (Abbildung 2). Auf Grund dieser relativ kleinen Schutzzone war es auch n\u00f6tig, w\u00e4hrend der Ernte am Nest anwesend zu sein. Je nach Alter der Jungen musste beim M\u00e4hen des Getreides, sp\u00e4ter auch beim Pressen des Strohs auf sie geachtet werden. Die Jungen verlassen die Horststelle oft ein paar Meter, meist in Richtung der mit Futter anfliegenden Altv\u00f6gel. Machen die \u00c4ltesten eventuell einen Notflug, m\u00fcssen sie w\u00e4hrend der St\u00f6rung festgehalten werden. Wird n\u00e4mlich ein Jungvogel, der einen kleinen Flug machen kann, von der Maschine \u00fcberrascht, dr\u00fcckt er sich auf den Boden, anstatt aufzufliegen, und ger\u00e4t in den M\u00e4hbalken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um diese Gefahren zu minimieren, wurden ab 1989 auf Anregung von Werner Pr\u00fcnte 50 x 50 Meter gro\u00dfe Schutzzonen ausgewiesen, die wesentlich sicherer waren, daher wurde hier auf die Schutzz\u00e4une verzichtet. Trotzdem wurden auch diese Bruten bei der Ernte bewacht. F\u00fcr die Bereitstellung dieser gr\u00f6\u00dferen Schutzzonen und den erh\u00f6hten Aufwand erhielten die Bewirtschafter Entsch\u00e4digungen aus Landesmitteln. Vorher wurde den Landwirten f\u00fcr das Stehenlassen kleinerer Schutzzonen ein geringer Ausgleich von 50 bis 100 DM aus Mitteln der Jagdabgabe, einzelner Hegeringe oder der ehrenamtlichen Weihensch\u00fctzer gezahlt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn m\u00f6glich sollten die Schutzzonen \u00fcber das Ausfliegen der Jungen hinaus bestehen bleiben. Bis zu ihrem Abflug im August kehren sie n\u00e4mlich abends oder in ihrer Ruhephase gerne in das Nest oder seine Umgebung zur\u00fcck. Daher wurden die Schutzzonen (-z\u00e4une) &#8211; soweit m\u00f6glich &#8211; erst Mitte August aufgel\u00f6st. Dabei wurde in einigen F\u00e4llen beobachtet, dass sich in den letzten Tagen vor dem Start in das Winterquartier ein Teil der Jungen dem M\u00e4nnchen, der Rest dem Weibchen anschlossen. Dies ist m\u00f6glicherweise abh\u00e4ngig vom Nahrungsangebot.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hatte sich das Getreide nach Regenf\u00e4llen zu sehr gelegt, so dass kein Schutz mehr bestand, wurden in einigen F\u00e4llen die Jungen in ein h\u00f6chstens 30 Meter entfernt liegendes, noch nicht abgeerntetes Weizenfeld umgesetzt. Dabei musste dann durch lang anhaltende Beobachtung festgestellt werden, ob die in die hergerichtete Nestplattform umgesetzten Jungen tats\u00e4chlich von den jeweiligen Weibchen angenommen wurden. Manchmal half das M\u00e4nnchen, indem es entgegen dem \u00fcblichen Ablauf als Erster in dem neuen Horst sein Futter ablegte. In wenigen Notf\u00e4llen wurden Eier oder Junge aus gef\u00e4hrdeten Bruten auf andere Nester verteilt. In anderen F\u00e4llen wurden die Jungv\u00f6gel bei Futtermangel zugef\u00fcttert, indem Eintagsk\u00fcken, tot gefundene V\u00f6gel oder M\u00e4use in die Nester gelegt wurden. Im witterungsbedingt sehr schlechten Jahr 1981 fanden sich zwei in der Notflugphase befindliche Wiesenweihenjunge mit erheblichen Verletzungen. Einer der beiden Jungv\u00f6gel hatte ein Bein gebrochen, der Luftsack war besch\u00e4digt und es fehlten die Handschwingen. Das zweite Junge wies mehrere Br\u00fcche in einem Fl\u00fcgel auf und war schon sehr abgemagert. Es handelte sich um ein junges M\u00e4nnchen und ein junges Weibchen, die aufgenommen und sp\u00e4ter in einer Voliere aufgezogen wurden. W\u00e4hrend das junge M\u00e4nnchen im folgenden Jahr ausgewildert werden konnte, wurde das junge Weibchen, weil es nicht mehr flugf\u00e4hig wurde, im folgenden Jahr als Pflegling zum Tierpark Eekholt in Bad Segeberg gebracht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die wenigen Bruten in Feldgras waren besonders gef\u00e4hrdet, da sich das hoch gewachsene Gras schnell legte und somit keinen Schutz bot und schon Ende Mai geerntet wurde. Hinzu kam das Aufbringen von G\u00fclle und der nachfolgende zweite Schnitt einige Wochen sp\u00e4ter. Daher wurden w\u00e4hrend der Eiablage in Feldgras gefundene Bruten gezielt gest\u00f6rt und f\u00fcr sie keine Schutzzone eingerichtet, damit die Weibchen in einem benachbarten Getreidefeld weiterlegen konnten. Dies ist in den meisten F\u00e4llen gelungen, so dass die bereits begonnenen Gelege der Erstbrut gesichert werden konnten. Andernfalls w\u00e4re dem Paar bei sp\u00e4terer Produktion eines Ersatzgeleges wertvolle Zeit und Energie verloren gegangen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-552\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_4\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_4.jpg\" width=\"600\" height=\"402\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Abbildung 2: Junge Wiesenweihe in einer umz\u00e4unten kleinen Schutzzone (1978, D. Glimm).<\/strong><\/p>\n<h2>Bestandsentwicklung<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Abbildung 3 zeigt die Zahl der Brutpaare und der Ersatz-\/Nachgelege der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde von 1966 bis 1992. Die Bestandsentwicklung der Wiesenweihe wurde bereits von Glimm et al. 2001 dargestellt. F\u00fcr die Jahre 1967 wurden ein und 1972 drei zus\u00e4tzliche Neststandorte im Rahmen der hier vorliegenden Auswertung in den Unterlagen von Trendelkamp gefunden, so dass hier eine Abweichung gegen\u00fcber den 2001 publizierten Zahlen besteht (siehe Anhang 1).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone  wp-image-540\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_5\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_5.jpg\" width=\"700\" height=\"430\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Abbildung 3: Zahl der festgestellten Brutpaare und der Ersatzgelege der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992 (n=284 und 9 Ersatzgelege). Die Trendlinien bezeichnen den Bestandsverlauf f\u00fcr die Zeitr\u00e4ume 1970 bis 1979 und 1980 bis 1992, in denen der Suchaufwand jeweils etwa vergleichbar war.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Insgesamt hat die Zahl der erfassten Bruten der Wiesenweihe von einem bis vier Paaren Ende der 1960er Jahre auf 19 bis 24 Paare Anfang der 1990er Jahre zugenommen. Diese Entwicklung ist einerseits sicherlich auf die Intensivierung der Erfassung durch gr\u00f6\u00dfere Mobilit\u00e4t und h\u00f6heren Zeitaufwand (siehe oben) zur\u00fcckzuf\u00fchren, spiegelt aber auch den Erfolg der Schutzma\u00dfnahmen wieder. Dies zeigt die Entwicklung im Zeitraum von 1980 bis 1992, in dem der Bestand zunahm, obwohl das Untersuchungsgebiet nicht weiter vergr\u00f6\u00dfert wurde und der Suchaufwand etwa gleich blieb. Nach Einf\u00fchrung der Fl\u00e4chenstilllegung 1988\/1989 kam ein verbessertes Nahrungsangebot auf den sich entwickelnden Stilllegungsfl\u00e4chen als beg\u00fcnstigender Faktor hinzu (siehe sonstige Beobachtungen zu Landschaftswandel und Naturschutz). Eine \u00e4hnliche Entwicklung fand auch in den benachbarten Regionen der Paderborner Hochfl\u00e4che und der Steinheimer und Warburger B\u00f6rde statt, so dass der erfasste Gesamtbestand der Wiesenweihe in Westfalen zunahm (Glimm et al. 2001). Schon damals wurde angenommen, dass diese Zunahme auch durch Ansiedlung von Weihen aus weiter entfernt gelegenen Brutgebieten erfolgte und so auch ein genetischer Austausch zwischen den Regionen stattfand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Brutverbreitung und Verteilung der Bruten auf verschiedene Feldfluren<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Lage der Neststandorte der Wiesenweihe von 1966 bis 1992 und der regelm\u00e4\u00dfig besiedelten Feldfluren ist in Abbildung 4 und detailliert im Anhang 5 dargestellt. Wo dies m\u00f6glich ist, wird auch die Lage der Ersatz- und Nachgelege von zuvor erfolglosen Brutpaaren angegeben. Dabei war es in zwei F\u00e4llen (1968 bei Eikeloh, 1971 bei Menzel) nicht m\u00f6glich, die Lage eines Neststandortes mit ausreichender Genauigkeit zu rekonstruieren, so dass hier die Zahl der digitalisierten Neststandorte (n=291) geringer ist als die Zahl der angegebenen Bruten inklusive Ersatzbruten (n=293).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-539\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_6\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_6.jpg\" width=\"700\" height=\"495\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_6.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_6-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Abbildung 4: Lage der lokalisierten Bruten der Wiesenweihe (inkl. Ersatzbruten) und der regelm\u00e4\u00dfig besiedelten Feldfluren in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992. Feldfluren von West nach Ost: 1 Hemmerde, 2 Schl\u00fcckingen, 3 Vierhausen, 4 Weslarn, 5 Seringhausen, 6 Enkesen im Klei, 7 Wiggeringhausen, 8 V\u00f6llinghausen, 9 Stirpe, 10 Weckinghausen, 11 Anr\u00f6chte, 12 Bad Westernkotten, 13 Erwitte, 14 B\u00f6kenf\u00f6rde, 15 Menzel, 16 Mittelhausen, 17 Langeneicke, 18 Ehringhausen, 19 B\u00f6nninghausen, 20 Verner Holz, 21 H\u00f6lterhof, 22 Th\u00fcle.<\/strong><\/p>\n<p>Die Neststandorte konzentrieren sich in einem G\u00fcrtel entlang des Hellwegs (B1) am \u00dcbergang der Unterb\u00f6rde zum Haarstrang, seltener in den h\u00f6heren Lagen des Haarstrangs. Dies ist vermutlich auf den hier verbreiteten Anbau von f\u00fcr die Nestanlage geeignetem Getreide zur\u00fcckzuf\u00fchren. In den h\u00f6heren Lagen ist das Getreide klimatisch bedingt zur Zeit der Nistplatzwahl im Mai noch weniger weit entwickelt und durch den mageren Boden am Haarstrang weniger w\u00fcchsig, so dass es nicht gen\u00fcgend Deckung bietet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Brutverbreitung der Wiesenweihe im dargestellten Zeitraum zeigt eine bemerkenswerte Konstanz, indem einzelne Bereiche oder Feldfluren \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume Jahr f\u00fcr Jahr von Brutpaaren besetzt wurden (Tabelle 1). Die Mehrzahl der Bruten fand in nur wenigen Feldfluren statt. Beispiele sind die Feldfluren Langeneicke, Th\u00fcle, H\u00f6lterhof, B\u00f6kenf\u00f6rde und Mittelhausen, in denen zusammen mehr als die H\u00e4lfte aller Bruten stattfanden und die zum Teil auch heute noch von der Wiesenweihe besiedelt werden (Abbildung 5).<br \/>\n<strong>Tabelle 1: Verteilung der lokalisierten Bruten der Wiesenweihe (inkl. Ersatzbruten) in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992 auf verschiedene Feldfluren. Die Reihenfolge ist von West nach Ost angeordnet. Fett hervorgehoben sind Feldfluren im Kernbereich Soest-Geseke.<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_8.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-537\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_8\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_8.jpg\" width=\"700\" height=\"645\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_7.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-538\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_7\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_7.jpg\" width=\"700\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_7.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_7-300x185.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Abbildung 5: Verteilung der lokalisierten Bruten der Wiesenweihe (inkl. Ersatzbruten) in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992 auf verschiedene Feldfluren (n=291).<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Bruten waren in den einzelnen Jahren ungleichm\u00e4\u00dfig auf die einzelnen Feldfluren verteilt. Obwohl es in jedem Jahr auch zu mehr oder weniger isolierten Einzelbruten kam, gab es oft gr\u00f6\u00dfere Konzentrationen in einer Feldflur, wie zum Beispiel acht Bruten 1992 in der Feldflur Langeneicke. Dabei bestand ein deutlicher positiver Zusammenhang zwischen der Gesamtzahl der Bruten pro Jahr und der Maximalzahl der in einer Feldflur im selben Jahr gleichzeitig stattfindenden Bruten (R\u00b2 = 0.63). Dieser Zusammenhang beruht offenbar auf dem bei gr\u00f6\u00dferer Dichte kolonieartigen Ansiedlungsverhalten der Art. Zus\u00e4tzlich kann die Anwesenheit bereits mehrerer balzender Paare durch soziale Attraktion zu weiteren Ansiedlungen f\u00fchren, so dass es sich hier um einen sich selbst verst\u00e4rkenden Vorgang handeln k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Mehrzahl der Neststandorte der Wiesenweihe aus dem Bearbeitungszeitraum liegt im heutigen Europ\u00e4ischen Vogelschutzgebiet Hellwegb\u00f6rde, die meisten auch in den sogenannten Kernfreir\u00e4umen, wie sie in der Karte zur Hellwegb\u00f6rdevereinbarung abgegrenzt wurden. Ausnahmen sind die Feldfluren \u00f6stlich von Erwitte und Anr\u00f6chte und westlich von Salzkotten. Die Verteilung der Neststandorte best\u00e4tigt auch die Ergebnisse von Griesenbrock (2006). Die von ihm vorgenommene Auswertung der Neststandorte der Jahre 2001 bis 2003 ergab, dass die Wiesenweihe bei der Nistplatzwahl weitr\u00e4umig offene Feldfluren bevorzugt und einen Mindestabstand zu als Sichtblenden wirkenden Elementen wie Siedlungen, W\u00e4ldern und Geh\u00f6lzen einh\u00e4lt. Diese Ergebnisse zeigen, dass die offenen Feldfluren der Hellwegb\u00f6rde seit mehr als vierzig Jahren nachweislich eine hohe Bedeutung f\u00fcr die Erhaltung der lokalen Population der Wiesenweihe haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite sind ehemals bedeutende Feldfluren (z.B. Weslarn, Weckinghausen, B\u00f6kenf\u00f6rde), die \u00fcber mehrere Jahre regelm\u00e4\u00dfig besetzt waren, ohne erkennbaren Grund lange nicht mehr besiedelt, w\u00e4hrend es in anderen Bereichen zu sp\u00e4teren Neuansiedlungen (z.B. H\u00f6lterhof, Th\u00fcle) kam. Diese Verlagerungen der bevorzugten Brutbereiche \u00fcber die Jahrzehnte unterstreicht die Notwendigkeit des Fl\u00e4chenschutzes, da solche Umsiedlungen auch bei weiter zunehmenden Fl\u00e4chenverbrauch dauerhaft m\u00f6glich bleiben m\u00fcssen. In einigen F\u00e4llen sind fr\u00fcher besetzte Feldfluren heute nicht oder kaum mehr besiedelbar, da sie abgegraben wurden (Erwitte) oder Gewerbe- oder Siedlungsgebiete zu nah an sie heranger\u00fcckt sind (westlich Langeneicke, westlich Salzkotten, Abbildung 6).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_9.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-551\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_9\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_9-300x258.jpg\" width=\"300\" height=\"245\" \/><\/a> <a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_10.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-550\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_10\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_10-300x229.jpg\" width=\"300\" height=\"245\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Abbildung 6: Einige der fr\u00fcher von der Wiesenweihe besiedelten Feldfluren sind heute nicht mehr nutzbar, da sie als Gewerbegebiet (westlich Salzkotten) oder Steinbr\u00fcche (\u00f6stlich Erwitte) genutzt werden (Januar 2014, R. Joest, R. Wagner).<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Neststandorte<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Insgesamt lagen f\u00fcr 284 Bruten (inkl. Ersatzbruten) Angaben zum Neststandort vor. Davon waren etwa drei Viertel der Nester in Gerste angelegt, gefolgt von Weizen, Roggen, Feldgras und Raps. Die \u00fcbrigen Bruten fanden in \u201eLandsberger Gemenge\u201c (Inkarnatklee, Wicke und Welsches Weidelgras), Luzerne und Klee sowie in einer Brache statt (Abbildung 7).<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-565\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_12\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_12.jpg\" width=\"700\" height=\"356\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_12.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_12-300x152.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Abbildung 7: Verteilung der Bruten (inkl. Ersatzgelege) der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992 auf verschiedene Feldfr\u00fcchte (n=284 mit Angaben).<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der Wahl der Neststandorte ist im Laufe der Beobachtungsjahre eine Ver\u00e4nderung der Anteile der genutzten Feldfr\u00fcchte erkennbar (Tabelle 2). Dies beruht vermutlich auf einer Verschiebung der angebauten Feldfr\u00fcchte, aber auch auf einer Ver\u00e4nderung der Struktur der Best\u00e4nde auf Grund unterschiedlicher Sorten und Anbaumethoden. Raps wurde nur zu Beginn der 1970er Jahre als Neststandort gew\u00e4hlt. Da Raps auch heute noch in gro\u00dfen Fl\u00e4chenanteilen angebaut wird, ist anzunehmen, dass die Struktur der Rapsbest\u00e4nde fr\u00fcher auf Grund anderer Sorten besser f\u00fcr die Nestanlage geeignet war. Nach der Umstellung von Eruca-haltigem Raps auf 00-Sorten wuchs der Raps dichter auf und war f\u00fcr die Weihen weniger geeignet.<\/p>\n<p><strong>Tabelle 2: Verteilung der Bruten der Wiesenweihe (inkl. Ersatzbruten) in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992 auf verschiedene Feldfr\u00fcchte.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-566\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_11\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_11.jpg\" width=\"700\" height=\"885\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_11.jpg 791w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_11-237x300.jpg 237w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\nAuch die Leguminosen (-gemenge) wurden nur bis etwa Mitte der 1970er Jahre als Neststandorte gew\u00e4hlt, wobei dies hier vermutlich auf einen R\u00fcckgang des Anbaus dieser Feldfr\u00fcchte zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Dies d\u00fcrfte auch f\u00fcr den Roggen gelten, der bis 1977 regelm\u00e4\u00dfig, bis 1986 noch vereinzelt f\u00fcr die Nestanlage genutzt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weizen wurde dagegen erst ab 1981 regelm\u00e4\u00dfig als Neststandort gew\u00e4hlt. Vermutlich trat er an Stelle der fr\u00fcher h\u00e4ufiger genutzten Feldfr\u00fcchte (Roggen, Raps). Dabei wurde der Weizen meist erst bei sp\u00e4ten Bruten oder Ersatzgelegen genutzt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach Einf\u00fchrung der marktbedingten Fl\u00e4chenstilllegung 1988 fand die einzige Brut in einer Ackerbrache 1992 auf einer grasigen Stilllegungsfl\u00e4che bei Menzel \u2013 Kellinghausen statt. Leider verlief diese Sp\u00e4tbrut erfolglos. Am 8. Juli wurden noch vier Eier festgestellt und am 5. August vier Jungv\u00f6gel beringt. Am 18. August wurden noch zwei der Jungv\u00f6gel mit abgebissenen Federn verwest gefunden.<\/p>\n<h2>Bruterfolg und Verlustursachen<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Bruterfolg schwankte um einen Median von 1,9 fl\u00fcggen Jungv\u00f6geln pro Paar (0,7 bis 3,1), ohne dass ein deutlicher zeitlicher Trend erkennbar war (Abbildung 8). Da die erste Nestkontrolle aus Schutzgr\u00fcnden sehr sp\u00e4t, kurz vor der Ernte erfolgte, wurden fr\u00fche Verluste untersch\u00e4tzt, dar\u00fcber hinaus sind die hier ermittelten Werte auf Grund der aufw\u00e4ndigen Schutzma\u00dfnahmen nicht mit einer unbeeinflussten Situation vergleichbar. Dies gilt selbstverst\u00e4ndlich vor allem f\u00fcr Verluste durch die Ernte, aber in geringerem Umfang auch f\u00fcr andere, durch die Betreuung und die eingerichteten Schutzzonen mitbeeinflusste Faktoren wie z. B. Verluste durch Beutegreifer.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_13.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-564\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_13\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_13.jpg\" width=\"700\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_13.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_13-300x185.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Abbildung 8: Brutergebnisse der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ausgesprochen erfolgreiche Jahre (&gt;2,5 Jungv\u00f6gel\/Paar) waren die Jahre 1967, 1970, 1971, 1974, 1976, 1977, 1980, 1988, 1989, 1990 und 1992. F\u00fcr die Jahre 1974 und 1980 geht aus den Aufzeichnungen \u00fcber das Jagdverhalten hervor, dass in diesen Jahren ein reichliches M\u00e4useangebot herrschte (Gradationsjahre). Ab 1989 haben sicherlich auch die auf 50 x 50 Meter vergr\u00f6\u00dferten Schutzzonen zur Verringerung von Verlusten beigetragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jahre mit besonders geringem Bruterfolg (&lt;1,5 Jungv\u00f6gel pro Paar) waren die Jahre 1966, 1968, 1972, 1975, 1979, 1981, 1984, 1985 und 1987. F\u00fcr die Jahre 1979, 1985 und 1987 sind jeweils sehr geringe M\u00e4usebest\u00e4nde und damit ein schlechtes Nahrungsangebot vermerkt. F\u00fcr die Jahre 1975, 1981 (\u201eKatastrophenjahr\u201c siehe unten), 1984 und 1987 sind jeweils gro\u00dfe Verluste auf ung\u00fcnstige Witterung und Starkregen w\u00e4hrend der Aufzuchtzeit zur\u00fcckzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Unter den bekannten Ursachen war der Verlust von Eiern w\u00e4hrend der Bebr\u00fctung (nicht geschl\u00fcpft oder verschwunden) die h\u00e4ufigste, gefolgt von Verlusten durch Beutegreifer (Tabelle 3). Dabei wurde versucht, die Artzugeh\u00f6rigkeit des jeweiligen Beutegreifers an Hand von Spuren (Trittsiegeln, Losung und Bissmarken) zu ermitteln, die meisten konnten aber nicht eindeutig identifiziert werden. In vielen F\u00e4llen d\u00fcrften neben den vermuteten Hunden und F\u00fcchsen Marderartige verantwortlich sein, da die Jungen nur kleine Bissspuren am Hals aufwiesen und sonst nicht angefressen (\u201eausgesaugt\u201c) im Nest gefunden wurden. Eindeutig belegte Verluste durch Hunde waren in vier F\u00e4llen mit 13 Jungen und Verluste durch F\u00fcchse in zwei F\u00e4llen mit acht Jungen die Ursache. (Raben-)Kr\u00e4hen wurden nur in einem Fall f\u00fcr den Verlust von vier Jungen verantwortlich gemacht. In einem Fall wurden zwei Junge vermutlich von einer Rohrweihe erbeutet. Allerdings kann heute nicht mehr gekl\u00e4rt werden, ob ein Teil der Verluste durch Beutegreifer nicht auch als sekund\u00e4re Verluste nach Wirkung anderer Faktoren, vor allem den freigem\u00e4hten kleinen Schutzzonen, aber auch St\u00f6rungen oder Nahrungsmangel gelten m\u00fcssen.<\/p>\n<p><strong>Tabelle 3: Bruterfolg und Verlustursachen (bezogen auf Eier bzw. Jungv\u00f6gel) bei Bruten der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_14.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-563\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_14\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_14.jpg\" width=\"700\" height=\"1053\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_14.jpg 665w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_14-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\nEine weitere bedeutende Verlustursache war ung\u00fcnstige Witterung und Regen, insbesondere in den beiden Jahren 1981 und 1984. Bei Verlusten durch Regen und K\u00e4lte waren die Jungv\u00f6gel, ggf. kombiniert mit geringem Jagderfolg, verklammt und geschw\u00e4cht. Davon zu unterscheiden ist Nahrungsmangel durch eine schlechte Nahrungs- bzw. Jagdsituation, die in M\u00e4usemangeljahren auch unabh\u00e4ngig von der Witterung auftreten konnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr den Einfluss des Wetters ist das \u201eKatastrophenjahr\u201c 1981. Durch starken Ostwind kam es zun\u00e4chst zu einem versp\u00e4teten Brutbeginn. Dann f\u00fchrte ein Dauerregen in der Nacht vom 28. auf den 29. Juni und am Folgetag mit mindestens 110 Liter pro qm dazu, dass etwa die H\u00e4lfte der jungen Wiesenweihen (17 Jungv\u00f6gel) ertranken. Bei den Horstkontrollen am fr\u00fchen Morgen stellte sich heraus, dass die Nester f\u00f6rmlich \u00fcberschwemmt waren. Nur wenige, die leicht erh\u00f6ht gebaut waren, lagen nicht direkt im Wasser, waren aber zum Teil von den Weibchen verlassen worden, so dass die Jungen verklammt waren. Auf einem Horst bei Langeneicke sa\u00df das Weibchen auf ihren toten Jungen. Das Weibchen war selbst so durchn\u00e4sst, dass es nicht auffliegen konnte. Rettungsversuche, die noch \u00fcberlebenden Jungen zu w\u00e4rmen und die Horste mit trockenem Material h\u00f6her zu legen, blieben erfolglos. Solche Starkregen f\u00fchrten nicht nur zum direkten Verlust der Bruten, sondern auch zum R\u00fcckgang des Nahrungsangebots, da auch die M\u00e4use in ihren G\u00e4ngen ertrinken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mehr als 90 Prozent aller 293 gefundenen Nester w\u00e4ren ohne die Schutzma\u00dfnahmen der Ernte zum Opfer gefallen, so dass die aufw\u00e4ndigen Ma\u00dfnahmen generell notwendig waren. Trotzdem konnten auch Verluste durch die Ernte nicht ganz verhindert werden, so dass ihr in acht F\u00e4llen 14 Jungv\u00f6gel zum Opfer fielen. Dies trat ein, wenn ein Teil der Junv\u00f6gel das Nest schon verlassen hatte und nicht mehr gefunden wurde (\u201eNotflug\u201c) oder die Jungen beim Strohpressen umkamen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite kamen 19 kontrollierte Bruten ohne Schutzma\u00dfnahmen gegen Verluste durch die Ernte aus, da der Ausflugtermin vor der Ernte lag. Dies war der Fall, wenn sich durch lang anhaltende Regenphasen die Ernte versp\u00e4tete. Dennoch war vorher die Suche und Beobachtung der Paare und das Markieren der Nester n\u00f6tig, da dies nicht vorauszusehen war. Dabei ist ein zeitlicher Trend nicht erkennbar. Es l\u00e4sst sich aber festhalten, dass sich im Untersuchungszeitraum wenigstens einige Paare (meist Weizenbruten) auch ohne Schutz erfolgreich reproduzieren konnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die \u00fcbrigen Verlustursachen wie Verletzungen, Nahrungsmangel, durch Regen niederliegendes Getreide und Krankheiten spielten nur eine relativ untergeordnete Rolle.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Menschliche Verfolgung als Verlustursache konnte nicht immer eindeutig nachgewiesen werden, 1982 wurden zwei F\u00e4lle und 1992 ein Fall vermutlich direkter menschlicher Einflussnahme dokumentiert:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201e<i>Am 12. Juli 1982 umz\u00e4unten wir in Stirpe beim M\u00e4hen einen Horst mit vier Jungen mit dem \u00fcblichen, einen Meter hohen Drahtgeflecht, da in der Umgebung ein Fuchs beobachtet wurde. Sechs Tage sp\u00e4ter war der Schutzzaun zerst\u00f6rt und die Jungen verschwunden. Am 19. Juli erstattete ich in Soest Anzeige bei der Kripo. Am 22. Juli brachte der Soester Anzeiger einen Bericht \u00fcber den Diebstahl. Es ist das erste Mal, dass in einer Zeitung von Wiesenweihen berichtet wurde. Bei unserem Besuch bei dem die Untersuchung leitenden Beamten in Lippstadt vertrat dieser die Ansicht, ein Fuchs habe die Jungen geholt. Auch die vorgelegten Fotos des niedergedr\u00fcckten Zauns vermochte den Beamten nicht von seiner falschen Vorstellung abzubringen. <\/i><br \/>\n<i>Am n\u00e4chsten Tag wurde aus einem Gelege in Verlar das einzige Junge, etwa zehn Tage alt, gestohlen. Der Landwirt hatte beim M\u00e4hen der Wintergerste ca. 80 qm um den Horst stehen lassen und das Feld beackert. Von der Stra\u00dfe f\u00fchrte eine deutliche Autospur ca. 120 m weit ins Feld zum Horst<\/i>\u201c (Theodor Trendelkamp).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201e<i>Am 15. Juli 1992 wurden bei Mittelhausen in einer am 9. Juli umm\u00e4hten Schutzzone zwei Jungv\u00f6gel beringt. Am 31. Juli wurde ein Junges tot auf dem Feldweg und abgebissene Federn in einer Hecke gefunden. Das Bein mit dem Ring der Vogelwarte war abgeschnitten.<\/i>\u201c (Doris Glimm).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Verluste von Altv\u00f6geln<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Verluste von Altv\u00f6geln wurden nur in vier F\u00e4llen dokumentiert. Davon waren drei M\u00e4nnchen und ein Weibchen betroffen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 1971 wurde ein M\u00e4nnchen bei Opm\u00fcnden tot gefunden. Es geh\u00f6rte zu einem Brutpaar bei Weslarn. Die Jungv\u00f6gel waren in der Folge unterern\u00e4hrt und die Brut ging verloren. Am 18. Mai 1979 wurde ein M\u00e4nnchen bei Lohne mit Brustverletzungen gefunden und am 14. Juni 1979 ein weiteres M\u00e4nnchen mit gebrochenem Fl\u00fcgel unter einer Hochspannungsleitung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am 24. Juli 1986 wurden westlich von Verne ein Weibchen und drei Junge tot direkt neben dem Horst in einer Schutzzone vier Tage nach der Mahd gefunden. Eine R\u00f6ntgenaufnahme durch den Tierarzt Dr. Meyer zeigte keine Bleir\u00fcckst\u00e4nde. Die Untersuchung durch Frau Dr. Bunzel ergab Hauptwunden direkt unter einem Fl\u00fcgel, an einer Seite ein fast pfenniggro\u00dfes Loch, an der anderen Seite drei kleine L\u00f6cher in der Haut. Durch den K\u00f6rper ging ein Kanal. Wahrscheinlich war die Lunge verletzt. Zu den Verletzungen w\u00fcrde der Biss eines gro\u00dfen Hundes passen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>R\u00fcckstandsanalysen<\/h2>\n<p>In den 1950er und 60er Jahren waren bei einigen Greifvogelarten massive Bestandsr\u00fcckg\u00e4nge festzustellen, teils bedingt durch menschliche Verfolgung, teils bedingt durch die Auswirkungen der chemischen Umweltbelastung. Umfangreiche Untersuchungen, insbesondere durch das Tierhygienische Institut in Freiburg, hatten dazu beigetragen, den Zusammenhang zwischen Bestandsr\u00fcckgang und chemischen R\u00fcckst\u00e4nden auch f\u00fcr Greifvogelarten in Deutschland zu erhellen. Ab 1973 wurden auch von der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde erfolglos bebr\u00fctete Eier f\u00fcr R\u00fcckstandsanalysen gesammelt. Die Ergebnisse flossen in verschiedene Publikationen zur Schadstoffbelastung von Greifv\u00f6geln in Deutschland ein (Bednarek et al. 1975, Conrad 1977, 1981, Denker et al. 2003, H\u00f6lker 2002b).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das erste Ei aus dem Jahr 1973 wurde im Institut f\u00fcr Lebensmittelchemie der Universit\u00e4t M\u00fcnster auf chlorierte Kohlenwasserstoffe und im Chemischen Landesuntersuchungsamt NRW in M\u00fcnster auf Quecksilbergehalte untersucht. Die Ergebnisse zu allen \u00fcbrigen Eiern gehen allesamt auf Analysen im Tierhygienischen Institut Freiburg durch Dr. Bernd Conrad zur\u00fcck. Untersucht wurden von den chlorierten Kohlenwasserstoffen Hexachlorbenzol (HCB), Hexachlorcyclohexan (HCH-Isomere), Heptachlor, Heptachlorepoxid, p,p\u2019-DDE, Dieldrin und polychlorierte Biphenyle (PCB). Von einem Ei wurde auch die Konzentration von Quecksilber (Hg) bestimmt. Eine genauere Beschreibung der Methode gibt Anhang 2.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die R\u00fcckstandskonzentrationen lagen in den f\u00fcnf Eiern, die 1977 einem erfolglos bebr\u00fcteten Wiesenweihengelege entnommen wurden, allesamt auf einem einheitlichen Niveau. Aus diesem Grunde werden im Folgenden mittlere Werte f\u00fcr dieses Gelege zugrundegelegt. Bei allen \u00fcbrigen Analyseergebnissen wird von verschiedenen Gelegen ausgegangen. Die bedeutendsten R\u00fcckst\u00e4nde der H\u00f6he nach hatten das DDE, gefolgt von PCB und HCB. Eine Ver\u00e4nderung des Konzentrationsniveaus der einzelnen Substanzen war innerhalb des Zeitabschnittes zwischen 1973 und 1980 nicht erkennbar. Die Einzelwerte sind Anhang 2 zu entnehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In allen 26 untersuchten Eiern konnte DDE nachgewiesen werden. Die h\u00f6chste Konzentration wies ein Ei aus 1981 mit 185 ppm auf. Die mittlere DDE-Konzentration (transformierte Log-Werte) lag etwa bei 8 ppm. Die HCB-Konzentrationen schwankten geringf\u00fcgig zwischen 0,17 ppm und 5 ppm mit einem Mittelwert von 1,15 ppm. PCBs konnten ebenfalls in allen Proben nachgewiesen werden, zum Teil allerdings nur im Bereich der Nachweisgrenze. Bei Eiern mit deutlich nachweisbaren Konzentrationen lag der mittlere Wert bei 4,8 ppm. Maximal wurden 12,6 ppm PCB in einem Ei aus dem Jahr 1976 gefunden. Dieldrin konnte in 14 von 26 Eiern nachgewiesen werden. Der h\u00f6chste Werte lag bei 7,5 ppm. Eier mit messbaren Dieldrin-Konzentrationen enthielten durchschnittlich 2 ppm Dieldrin. Heptachlorepoxid war in 21 von 26 Eiern nachweisbar. Als h\u00f6chste Konzentration wurden 4,6 ppm gemessen. Im Mittel wurden bei Eiern mit messbarer Konzentration 1,16 ppm nachgewiesen. HCH und Heptachlor war nur in wenigen Einzelf\u00e4llen und dann lediglich in kaum messbaren Gr\u00f6\u00dfenordnungen feststellbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wiesenweihen ern\u00e4hren sich im Brutgebiet haupts\u00e4chlich von M\u00e4usen, Kleinv\u00f6geln und Insekten. In Jahren mit geringen M\u00e4usebest\u00e4nden kann der Anteil erbeuteter Vogelarten deutlich erh\u00f6ht sein. Im afrikanischen \u00dcberwinterungsgebiet werden \u00fcberwiegend Heuschrecken und andere Insekten erbeutet. Insgesamt steht damit die Wiesenweihe in der Trophiestufe unter den vogel- und fischfressenden Arten mit zur damaligen Zeit hohen R\u00fcckstandsgehalten. Vergleicht man die Konzentrationen der untersuchten Wiesenweiheneier mit Ergebnissen, die f\u00fcr 25 in den Jahren 1972 und 1973 gesammelte Sperbereier aus dem M\u00fcnsterland ermittelt wurden (Bednarek et al. 1975), so lagen die DDE-Konzentrationen mit im Schnitt 19,7 ppm (5,7 \u2013 66 ppm) mehr als doppelt so hoch wie bei den Eiern der Wiesenweihe. Auch die PCB-Konzentrationen lagen beim Sperber mit durchschnittlich 85,1 ppm (20 &#8211; 270 ppm) um ein Vielfaches h\u00f6her als bei der Wiesenweihe mit etwa 5 ppm. Deutliche Unterschiede ergaben sich auch beim HCB, dessen Konzentration in Sperbereiern durchschnittlich bei 14,7 ppm lag, im Vergleich zu den Eiern der Wiesenweihe mit nur rund 2 ppm. Beim Dieldrin fielen die Konzentrationen in den Eiern beider Arten \u00e4hnlich hoch aus.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die Ergebnisse f\u00fcr 315 analysierte Sperbereier aus dem s\u00fcdlichen Kreis Warendorf und teilweise auch dem n\u00f6rdlichen Kreis Soest aus dem Zeitraum 1981 bis 1987 (Beyerbach et al. 2000) \u00fcbertreffen deutlich das Konzentrationsniveau, das in den siebziger Jahren in Eiern der Wiesenweihe festgestellt werden konnte. Trotz der zum Teil hohen Konzentrationen in den Sperbereiern verdoppelte sich dort der Sperberbestand in der ersten H\u00e4lfte der 1980er Jahre. Man kann also davon ausgehen, dass ein kritischer Schwellenwert, ab dem Brutverluste zu erwarten sind, nicht oder nicht mehr erreicht wurde. So waren in diesem Gebiet zur damaligen Zeit auch keine Brutverluste durch Eibruch feststellbar. Auch wenn Greifvogelarten unterschiedlich empfindlich sein k\u00f6nnen, so ist es unwahrscheinlich, dass Wiesenweihen durch die festgestellten und vergleichsweise niedrigen R\u00fcckstandsgehalte negativ beeintr\u00e4chtigt worden sind. Zumindest ergaben sich bei der Freilandarbeit zum Schutz der Wiesenweihe keine Anhaltspunkte, die auf negative Auswirkungen von chemischen R\u00fcckst\u00e4nden h\u00e4tten hindeuten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Wiederfunde beringter V\u00f6gel<\/h2>\n<p>In der Anfangszeit wurden nur einzelne Bruten durch Theodor Mebs und W. Pr\u00fcnte beringt. Ab 1976 wurden alle Jungv\u00f6gel im Nest mit Ringen der Vogelwarte Helgoland beringt. Die Beringung erfolgte durch T. Trendelkamp, D. Glimm und W. Pr\u00fcnte, im Jahr 1993 durch D. Glimm in Zusammenarbeit mit M. H\u00f6lker.<\/p>\n<p>Insgesamt gelangen 19 Wiederfunde von in der Hellwegb\u00f6rde als Nestling beringten Wiesenweihen. Davon stammen neun Wiederfunde von Jungv\u00f6geln, die nach der Beringung noch im Nestumfeld umkamen. Die vorliegende Zusammenstellung enth\u00e4lt nur die zehn Wiederfunde, die entweder aus sp\u00e4teren Lebensjahren oder aus gr\u00f6\u00dferer Entfernung vom Beringungsort stammen (Tabelle 4).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tabelle 4: Wiederfunde von in der Hellwegb\u00f6rde zwischen 1966 und 1993 beringten Wiesenweihen.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_15.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-562\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_15\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_15.jpg\" width=\"700\" height=\"1200\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zwei Jungv\u00f6gel wurden jeweils etwa sechs Wochen nach dem Ausfliegen noch in f\u00fcnf bis 18 Kilometer Entfernung vom Beringungsort tot gefunden. Diese Funde fallen in die Zeit der Aufl\u00f6sung der Familienverb\u00e4nde und des Abzugs. Vermutlich auf dem Zug und im Winterquartier wurden f\u00fcnf beringte V\u00f6gel wiedergefunden. Zwei Funde aus Italien und einer aus Frankreich sprechen f\u00fcr die \u00dcberquerung des Mittelmeeres \u00fcber eine s\u00fcd\u00f6stliche, oder aber eine s\u00fcdwestliche Route. Aus dem Winterquartier oder noch vom Zugweg stammen zwei Funde aus Algerien und aus Dahomey, dem heutigen Benin, in Westafrika.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Von den w\u00e4hrend der Brutzeit wiedergefundenen Ringv\u00f6geln wurden zwei in der Hellwegb\u00f6rde bzw. in Nordw\u00fcrttemberg wiedergefunden. Dabei muss unklar bleiben, ob es sich hier schon um Brutansiedlungen handelte, da sie erst im zweiten oder dritten Kalenderjahr waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die festgestellten Todesursachen der wiedergefundenen Wiesenweihen waren einmal die Jagd und zweimal der Stra\u00dfenverkehr sowie eine Erbeutung durch ein Wildtier. F\u00fcr die \u00fcbrigen wurden nur ungekl\u00e4rte allgemeine Verletzungen angegeben. Sechs V\u00f6gel wurden noch im ersten oder zweiten Kalenderjahr wiedergefunden, die \u00fcbrigen erreichten ein Alter von drei, sechs, sieben und f\u00fcnfzehn Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist die Geschichte des Ringvogels 4208501, der am 7. Juli 1993 bei H\u00f6lterhof nestjung von Doris Glimm beringt wurde und nach 14 Jahren im August 2007 nur 15 Kilometer vom Beringungsort als br\u00fctendes Weibchen von Christiane Trierweiler, Joana Arisz und Hubertus Illner wieder gefangen wurde. Der \u201eMargret\u201c getaufte Vogel wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes von Wissenschaftlern der Universit\u00e4t Groningen mit einem Sender versehen: \u201e<i>Ihre Wanderung beobachteten unsere niederl\u00e4ndischen Kollegen angesichts ihres hohen Alters mit besonderer Aufmerksamkeit. Problemlos flog sie auf direktem Wege nach Mali. Nach einem gut verlaufenen Winteraufenthalt w\u00e4hlte sie nicht etwa die leichteste Route \u00fcber Gibraltar, sondern einen geraden Weg \u00fcber das Mittelmeer.\u201c <\/i>(Illner, ohne Jahr)<i>. <\/i>Sie erreichte am 11. Mai 2008 wieder die Hellwegb\u00f6rde, wo sie sich verpaarte und ein Nest baute, aber keine Eier mehr legte. Anschlie\u00dfend hielt sie sich noch bis Ende August im Th\u00fcringer Becken auf. Mit ihren 15 Jahren ist Margret die \u00e4lteste bekannte Wiesenweihe geworden und hat in ihrem Leben eine unglaubliche Zugstrecke zur\u00fcckgelegt, um doch der Hellwegb\u00f6rde treu zu bleiben (Illner 2008b, Illner, ohne Jahr).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_16.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-549\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_16\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_16.jpg\" width=\"700\" height=\"966\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_16.jpg 725w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_16-217x300.jpg 217w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Abbildung 9: Zugweg der Wiesenweihe \u201eMargret\u201c 2007\/2008. Blau: Wegzug im Herbst 2007, Rot: Heimzug im Fr\u00fchjahr 2008 (Quelle Illner 2008b).<\/strong><\/p>\n<h2>Ph\u00e4nologie<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Einen \u00dcberblick \u00fcber die ph\u00e4nologischen Daten der Wiesenweihenbruten gibt Anhang 3. Die festgestellte Ankunft lag in der Zeit zwischen dem 12. April (1981) und dem 13. Mai (1986), in den meisten F\u00e4llen in der letzten April- oder ersten Mai-Dekade. Beobachtungen von Balz und Paaren am sp\u00e4teren Horstfeld fallen \u00fcberwiegend auf die erste und zweite Mai-Dekade. Nestbau und andere Aktivit\u00e4ten am Horst wurden ab Mitte Mai beobachtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die festgestellten oder aus dem gesch\u00e4tzten Alter der Jungen zur\u00fcckgerechneten ersten Schlupftermine lagen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in der zweiten Juni-Dekade. Die ersten Flugbeobachtungen von Jungv\u00f6geln fallen in den meisten Jahren auf die zweite Juli-Dekade, die letzten Beobachtungen der Jungen im Nestbereich in den August. Dabei ist ein zeitlicher Trend der Verschiebung der Schlupf- bzw. Ausfliegedaten im Betrachtungszeitraum nicht erkennbar. Sp\u00e4t- oder Nachgelege mit Schlupf im Juli kamen aber vereinzelt fast j\u00e4hrlich vor (insgesamt wenigstens 16 im Zeitraum 1974 bis 1992).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Erntetermine des Getreides, in denen Bruten stattfanden, sind in Anhang 4 zusammengefasst. Die Ernte der am h\u00e4ufigsten besiedelten Gerste setzte nicht vor Ende Juni ein, die Angaben zum Erntebeginn fallen \u00fcberwiegend auf die erste und zweite Juli-Dekade, seltener erst auf die dritte. In zwei Jahren (1981, 1987) verz\u00f6gerte sich die Ernte wegen Regens \u00fcber einen sehr langen Zeitraum. Die Weizenernte fiel auf die letzte Juli- bzw. erste August-Dekade. Zu den \u00fcbrigen Feldfr\u00fcchten liegen weniger verwertbare Angaben vor, Raps und Roggen wurden ab der zweiten Juli-Dekade geerntet. Feldgras wurde schon im Mai und Juni gem\u00e4ht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Nahrung<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Jagdfl\u00fcge der M\u00e4nnchen erfolgten \u00fcberwiegend in s\u00fcdliche Richtung auf den Haarstrang. Offenbar boten das dort durch schlechtere Bodenverh\u00e4ltnisse bedingt, magere, d\u00fcnner stehende Getreide und sp\u00e4ter die stillgelegten Fl\u00e4chen gute Jagdm\u00f6glichkeiten. Jagende M\u00e4nnchen wurden in Entfernungen von zehn bis 14 Kilometern vom Horst entfernt beobachtet. M\u00e4nnchen, die im Bereich H\u00f6lterhof und Verne br\u00fcteten, flogen zum Beispiel bis weit s\u00fcdlich von Upsprunge (Brenker Mark, Flugplatz) und ein bei Th\u00fcle br\u00fctendes M\u00e4nnchen flog bis in die Umgebung der M\u00fclldeponie Sande. Die Weibchen jagten in Horstn\u00e4he, an den Randstreifen der Feldwege und in den Getreidel\u00fccken. In m\u00e4usearmen Jahren haben die Weibchen aber auch weite Jagdfl\u00fcge unternommen. Ein Beispiel ist ein melanistisches Weibchen, das 1987 westlich von Langeneicke br\u00fctete und 3,6 bis 3,8 Kilometer vom Horst entfernt jagend bei Erwitte angetroffen wurde, w\u00e4hrend die Jungv\u00f6gel schutzlos und frierend im Nest sa\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Als Hauptbeutetiere wurden Feldm\u00e4use, weniger Scherm\u00e4use, sowie V\u00f6gel, K\u00e4fer und Insekten beobachtet. In der Zeit, in der die Jungen der Kleinv\u00f6gel die ersten unbeholfenen Fl\u00fcge unternehmen, wurden auch diese erbeutet, selten Eier von Kleinv\u00f6geln. Gelegentlich wurden Fasanenk\u00fcken und Reste von Junghasen gefunden, einmal eine Wachtel. Systematische Aufzeichnungen zur Nahrung liegen von 1981 bis 1991 vor. In dieser Zeit wurden 223 Gew\u00f6lle opportunistisch an Sitz- und Kr\u00f6pfpl\u00e4tzen und bei Horstkontrollen gesammelt, an der Luft getrocknet und aufbewahrt. Au\u00dferdem liegen 102 Sichtbeobachtungen von Beutetieren vor (Tabelle 5).<br \/>\n<strong>Tabelle 5: Ergebnisse der Gew\u00f6lleuntersuchungen und Sichtbeobachtungen zur Beute von Wiesenweihen in der Hellwegb\u00f6rde von 1981 bis 1991.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_17.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-561\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_17\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_17.jpg\" width=\"700\" height=\"313\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_17.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_17-300x134.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\nIn den Gew\u00f6llen wurden in 152 F\u00e4llen Reste von Wirbeltieren und in 196 F\u00e4llen Reste von K\u00e4fern gefunden, die aber kaum quantitativ auszuz\u00e4hlen sind und hinsichtlich ihrer Biomasse keine gro\u00dfe Rolle spielen (H\u00f6lker &amp; Wagner 2006). Bezogen auf ihr Vorkommen in den untersuchten Gew\u00f6llen waren etwa zwei Drittel der identifizierten Wirbeltierbeute Kleins\u00e4uger und etwa ein Drittel V\u00f6gel. Unter den Sichtbeobachtungen waren 39 % der identifizierten Beute Kleins\u00e4uger und 61 % V\u00f6gel. Dieser Unterschied ist vermutlich dadurch zu erkl\u00e4ren, dass V\u00f6gel bei den Beutefl\u00fcgen durch abstehende Federn leichter als solche zu erkennen sind (siehe auch oben). Die hier wiedergegebenen Daten erlauben keine detaillierte Analyse der Nahrungszusammensetzung und ihres Einflusses auf den Bruterfolg, wie sie H\u00f6lker und Wagner (2006) f\u00fcr die Jahre 1993 bis 2002 vorgelegt haben. Festzuhalten ist aber, dass auch in den 1980er Jahren neben den Kleins\u00e4ugern V\u00f6gel einen nennenswerten Anteil der Beute ausmachten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Beobachtung eines melanistischen Wiesenweihenweibchens<\/h2>\n<p>Bei der Wiesenweihe gibt es eine genetisch bedingte F\u00e4rbungsvariante, die auf Grund starker Einlagerung von dunklen Farbpigmenten (Melaninen) deutlich dunkler bis schwarz gef\u00e4rbt ist. Lontkowski und Skakuj (1995) geben weitere Beschreibungen und Fotos. Solche melanistischen Weihen sollen nach Glutz von Blotzheim et al (1989) in West- und Mitteleuropa stellenweise nicht selten sein. Im Rahmen der sechsundzwanzigj\u00e4hrigen intensiven Beobachtung der Wiesenweihen in der Hellwegb\u00f6rde wurde von 1966 bis 1992 (293 Bruten) allerdings nur dieser eine Fall dokumentiert.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_20.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-546\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_20\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_20.jpg\" width=\"700\" height=\"470\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Abbildung 10: Brut eines melanistischen Wiesenweihenweibchens in der Hellwegb\u00f6rde bei Langeneicke 1987. Nur einer der Jungv\u00f6gel ist ebenfalls melanistisch (Foto D. Glimm).<\/strong><br \/>\nIn den Jahren 1986 und 1987 hielt sich ein melanistisches Weibchen in der Hellwegb\u00f6rde auf. Der Vogel wurde zuerst 1986 in der Feldflur zwischen Ostinghausen und Weslarn in der N\u00e4he junger Rohrweihen beobachtet und hielt sich l\u00e4ngere Zeit in der Umgebung auf. Es wurde vermutet, dass das Weibchen vorher in der N\u00e4he erfolglos gebr\u00fctet hatte. Sehr wahrscheinlich dasselbe Weibchen br\u00fctete dann 1987 westlich von Langeneicke. Von den drei Jungv\u00f6geln war nur einer melanistisch (Abbildung 10+11). Leider legte sich das Getreide kurz vor dem Ausfliegen. In der Folge wurden von den drei Jungv\u00f6geln zwei durch Pr\u00e4datoren get\u00f6tet, darunter der melanistische. Der Jungvogel wurde trotz des noch unstabilen und weniger haltbaren Jugendgefieders von Fritz Raap pr\u00e4pariert. Er befindet sich in der Sammlung von Doris Glimm (Abbildung 12). Das melanistische Weibchen wurde in den Folgejahren nicht mehr beobachtet. Auch sp\u00e4ter ist unseres Wissens nur ein weiteres Tier beobachtet worden. Im Jahr 1998 hielt sich vom 19.5. bis zum 14.6. ein junges melanistisches M\u00e4nnchen in der Feldflur \u00f6stlich von Erwitte auf und jagte \u00fcber stillgelegten Ackerfl\u00e4chen (H\u00f6lker 1999, Vierhaus m\u00fcndl.).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_18.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-548\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_18\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_18.jpg\" width=\"700\" height=\"463\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_18.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_18-300x198.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Abbildung 11: Brut eines melanistischen Wiesenweihenweibchens in der Hellwegb\u00f6rde bei Langeneicke 1987. Hier die \u00e4lteren Jungv\u00f6gel (Foto D. Glimm).<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_19.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-547\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_19\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_19.jpg\" width=\"700\" height=\"465\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Abbildung 12: Der pr\u00e4parierte melanistische Jungvogel (Foto D. Glimm).<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h2>Sonstige Beobachtungen zu Landschaftswandel und Naturschutz<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber den Anfangszeiten des Weihenschutzes in den 1970er Jahren ist es bis heute zu einem deutlichen Wandel der Landbewirtschaftung und der Vogelfauna der Vorkommensgebiete der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde gekommen. Diese Entwicklungen k\u00f6nnen hier nicht umfassend dargestellt oder sogar quantifiziert, sondern allenfalls schlaglichtartig beleuchtet werden.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_23.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-543\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_23\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_23.jpg\" width=\"700\" height=\"470\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Abbildung 13: Blick von einem Horst der Wiesenweihe in die Hellwegb\u00f6rde. Der weitr\u00e4umige Charakter der Landschaft ist bis heute weitgehend erhalten geblieben (1980, W. Pr\u00fcnte).<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu Beginn der Schutzma\u00dfnahmen wurde angenommen, dass es sich um gezielte Ma\u00dfnahmen in ung\u00fcnstigen Einzelf\u00e4llen handelte, die aber nicht dauerhaft notwendig sein w\u00fcrden. Diese Hoffnung gr\u00fcndete auf dem zunehmenden Bewusstsein f\u00fcr Fragen des Naturschutzes in den 1970er Jahren, das auch die Landbewirtschaftung ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Diese Hoffnung hat sich in der Hellwegb\u00f6rde wie in anderen Regionen Europas, auch durch ver\u00e4nderte Rahmenbedingungen der Landwirtschaft, nicht best\u00e4tigt. Heute ist die Wiesenweihe hier, wie in ganz Deutschland, auf den Schutz der Getreidebruten vor der Ernte angewiesen (Stiefel 2010). Auch die anderen Vogelarten der Agrarlandschaft nehmen fl\u00e4chendeckend im Bestand ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fr\u00fcher war die Technisierung der Landwirtschaft noch nicht so weit fortgeschritten. Die Ernte findet heute oft 14 Tage fr\u00fcher statt als in den 1970er und 1980er Jahren. Damit einher geht eine zeitliche Vorverlegung des Strohpressens und der Stoppelbearbeitung. Dazu kommen breitere und schnellere Erntemaschinen. Dies f\u00fchrt dazu, dass eben fl\u00fcgge Jungtiere der Wiesenweihe (und anderer Arten) kaum noch Fluchtm\u00f6glichkeiten haben, da sie nicht schnell und ausdauernd genug sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-545\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_21\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_21.jpg\" width=\"700\" height=\"495\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_21.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_21-300x212.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Abbildung 14: In den 1970er Jahren war die Technisierung der Landwirtschaft noch nicht so weit fortgeschritten. Kleinere und langsamere Erntemaschinen und sp\u00e4tere Erntetermine gaben Bodenbr\u00fctern eine Chance (1975, H. Vierhaus).<\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_22.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-544\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_22\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_22.jpg\" width=\"700\" height=\"475\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Abbildung 15: Eine Wiesenweihe auf einem unbefestigten Feldweg mit breitem Saum. Solche Strukturen waren und sind bis heute wichtige Lebensraumelemente f\u00fcr Weihen und andere Feldv\u00f6gel (1980, D.Glimm).<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bezogen auf den Beobachtungszeitraum waren Arten wie Grauammer, Wiesenpieper und Feldlerche fr\u00fcher h\u00e4ufiger zu beobachten. F\u00fchrende Rebh\u00fchner wurden oft gesehen, h\u00e4ufig drei Gesperre am Tag mit je acht bis zehn Jungen. Wachteln wurden in der Brutzeit der Wiesenweihe h\u00e4ufiger geh\u00f6rt. Wachtelk\u00f6nige wurden auch tags\u00fcber am Rand verbuschter \u00d6dfl\u00e4chen (z.B. Feldflur nord\u00f6stlich Oestereiden) und an Wiesenr\u00e4ndern verh\u00f6rt. Im Bereich des Rabbruch bei Verlar, im H\u00fcsteder Feld n\u00f6rdlich Geseke und in der Feldflur zwischen Weickede und Nettelst\u00e4dt, nahe der P\u00f6ppelsche, wurden noch Bruten des Braunkehlchens beobachtet. Die Nester fanden sich im Gr\u00fcnland unter den Z\u00e4unen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den Feldfluren waren Weiden und Wiesen, aber auch Hecken und Geb\u00fcsche damals noch h\u00e4ufiger. Mit Einf\u00fchrung der Fl\u00e4chenstilllegung 1988\/1989 wurden Stilllegungen zum Teil f\u00fcr f\u00fcnf und zehn Jahre festgeschrieben, und damals kaum Rotation der Fl\u00e4chen verlangt, so dass sich insbesondere auf den f\u00fcr die Stilllegung bevorzugten Grenzertragsstandorten des Haarstranges magere Ackerbrachen entwickelten. Auch am Rand der Steinbr\u00fcche bei Erwitte und Geseke gab es breitere magere Randstreifen als heute. Diese Strukturen boten gute Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Feldv\u00f6gel und Jagdm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Wiesenweihe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unbefestigte Feldwege und S\u00e4ume waren und sind bis heute wichtige Lebensraumelemente f\u00fcr Weihen und andere Feldv\u00f6gel. Heute werden die Feldr\u00e4nder vielfach lange vor der Ernte des Getreides gem\u00e4ht und die Grabenr\u00e4nder ausgem\u00e4ht, so dass Nester zerst\u00f6rt werden und die Nahrungsgrundlage f\u00fcr Feldv\u00f6gel verringert wird. Schon um ca. 1980 wurde beim Kreis Soest angeregt, Grasstreifen an den Feldwegen wieder auszumessen. Dies wurde mit der Begr\u00fcndung, dass eine Neueinmessung zu teuer sei, abgelehnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weitere nachteilige Entwicklungen sind die einseitigere Fruchtfolge, der Fl\u00e4chenverbrauch, und die Intensivierung der Landwirtschaft. Neue Getreidesorten sind dicht stehend, da sie als Hybridz\u00fcchtungen fr\u00fcher ges\u00e4t werden und sich dichter bestocken. Dadurch sind sie in der fortgeschrittenen Brutzeit f\u00fcr am Boden lebende Kleinv\u00f6gel, Wachteln und Wachtelk\u00f6nige nicht durchg\u00e4ngig. Raps und Mais bieten kaum Brutm\u00f6glichkeit und deutlich weniger Nahrung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_24.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-542\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_24\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_24.jpg\" width=\"700\" height=\"470\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_24.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_24-300x201.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Abbildung 16: Die Feldfluren um Langeneicke sind bis heute ein wichtiges Brutgebiet der Wiesenweihe (1978, Ch. Glimm).<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_25.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-541\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_25\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_25.jpg\" width=\"700\" height=\"470\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Abbildung 17: Die Kinder der Landwirte wurden bei der Beringung an \u201eihre\u201c Weihen herangef\u00fchrt (1980, Ch. Glimm).<\/strong><\/p>\n<h2>Dank<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein besonderer Dank gilt den Landwirten f\u00fcr die hervorragende Zusammenarbeit. Sie haben die Schutzzonen akzeptiert, st\u00f6rende Leute von den Horsten geholt und waren immer einverstanden, so wenig wie m\u00f6glich an die \u00d6ffentlichkeit dringen zu lassen, um den Schutz nicht zu gef\u00e4hrden. Ein Landwirt erlaubte sogar jugendlichen Motorradfahrern auf seinem eigenen Feld zu rasen, anstatt auf einem Feld mit einer Weihenbrut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Lohnunternehmer und M\u00e4hdrescherfahrer haben sich trotz der bei der Ernte entstehenden Hektik voll f\u00fcr die Rettung der Jungen eingesetzt und Verz\u00f6gerungen in Kauf genommen, damit die Bruten gesch\u00fctzt werden k\u00f6nnen. Besonders zu erw\u00e4hnen sind hier Herr Konrad Mergenmeier (Langeneicke), Herr Johannes Scherf (Th\u00fcle) und Herr Altrogge (Upsprunge), die sich \u00fcber viele Jahre f\u00fcr den Schutz eingesetzt haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Gew\u00f6lle wurden dankenswerter Weise von Herrn Dr. Thomas Wagner, Konstanz, untersucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tierarzt Dr. Brinkmann, Horn, und F\u00f6rster Siebels, Gut Schwarzenraben, gaben viele Hinweise auf Nester.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ausgleichsverg\u00fctungen f\u00fcr die Landwirte wurden zun\u00e4chst aus Mitteln der Jagdabgabe und einzelner Hegeringe gezahlt. Ab 1989 stellte das Land Nordrhein-Westfalen Mittel f\u00fcr Ausgleichsverg\u00fctungen zur Verf\u00fcgung. Der damaligen Mitarbeiterin des ehemaligen Amtes f\u00fcr Agrarordnung, Frau Margenburg, sei f\u00fcr die Abwicklung der Landesf\u00f6rderung f\u00fcr Schutzvereinbarungen gedankt. Im Bereich des Amtes f\u00fcr Agrarordnung Warburg wurde dies von Herrn Kr\u00f6ger betreut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der Erstellung dieser Dokumentation half Josef Brackelmann durch Bearbeitung der Fotos und Hilfen beim Layout. Helmut Abeler, Dagmar Fromme, Hubertus Illner, Hermann Kn\u00fcwer und Falko Pr\u00fcnte sahen den Text durch. Hermann Kn\u00fcwer bearbeitete die Daten zu den R\u00fcckstandsanalysen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Quellen<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bednarek, W., Hausdorf, W., J\u00f6rissen, U., Schulte, E. &amp; Wegener, H. (1975): \u00dcber die Auswirkungen der chemischen Umweltbelastung auf Greifv\u00f6gel in zwei Probefl\u00e4chen Westfalens. Journal f\u00fcr Ornithologie 116: 181-194.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beyerbach, M., B\u00fcthe, A. &amp; H. Kn\u00fcwer (2000): R\u00fcckst\u00e4nde von Organochlorpestiziden, PCB und Quecksilber in Sperbereiern &#8211; ein Beitrag aus dem westf\u00e4lischen M\u00fcnsterland. Populations\u00f6kologie Greifvogel- und Eulenarten 4: 417-433.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Conrad, B. (1977): Die Giftbelastung der Vogelwelt Deutschlands. Vogelkundliche Bibliothek Bd. 5, Kilda-Verlag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Conrad, B. (1981): Zur Situation der Pestizidbelastung bei Greifv\u00f6geln und Eulen in der Bundesrepublik Deutschland. In: Greifv\u00f6gel und Pestizide. \u00d6kologie der V\u00f6gel 3, Sonderheft: S. 161\u2013167.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Denker, E., B\u00fcthe, A., Glimm, D., H\u00f6lker, M., Pr\u00fcnte, W. &amp; T. Trendelkamp\u2020 (2003): Ver\u00e4nderungen in der Zusammensetzung der PCB- und DDT-Gemische in verschiedenen Lebensstadien der Wiesenweihe (<i>Circus pygargus<\/i>) und der Rohrweihe (<i>Circus aeruginosus<\/i>) in Nordrhein-Westfalen, Deutschland. Journal f\u00fcr Ornithologie, 144: 411\u2013417.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fr\u00f6hling W. &amp; W. Pr\u00fcnte (1966): Brut der Wiesenweihe bei Unna. Anthus 2:53-55.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Glimm, D., M. H\u00f6lker &amp; W. Pr\u00fcnte (2001): Brutverbreitung und Bestandsentwicklung der Wiesenweihe in Westfalen. L\u00d6BF Mitteilungen 2\/2001:57-67.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Glutz von Blotzheim, U.N., Bauer, K.M. &amp; E. Bezzel (1989): Handbuch der V\u00f6gel Mitteleuropas, Band 4 Falconiformes. Akademische Verlagsgesellschaft, Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Griesenbrock, B. (2006): Habitat und Nistplatzwahl der Wiesenweihe (<i>Circus pygargus<\/i> L.) in der Hellwegb\u00f6rde. Diplomarbeit an der Westf\u00e4lischen Wilhelms-Universit\u00e4t M\u00fcnster, Lehrstuhl f\u00fcr Landschafts\u00f6kologie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H\u00f6lker, M. (1999): Schutzprogramm f\u00fcr Wiesenweihen und Rohrweihen in Mittelwestfalen &#8211; Jahresbericht 1998. Bad Sassendorf, Lohne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H\u00f6lker, M. (2002a): Artkapitel Wiesenweihe. In: Nordrhein-Westf\u00e4lische Ornithologen Gesellschaft (Hrsg.) (2002): Die V\u00f6gel Westfalens: Ein Atlas der Brutv\u00f6gel von 1989 bis 1994. Beitr\u00e4ge zur Avifauna Nordrhein-Westfalens, Bd. 37.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>H\u00f6lker, M. (2002b): Beitr\u00e4ge zur \u00d6kologie der Wiesenweihe <i>Circus pygargus<\/i> in der Feldlandschaft der Hellwegb\u00f6rde\/Nordrhein-Westfalen. Ornithologischer Anzeiger 41 (2\/3): 201-206.<\/p>\n<p>H\u00f6lker, M. &amp; T. Wagner (2006): Nahrungs\u00f6kologie der Wiesenweihe <i>Circus pygargus<\/i> in der ackerbaulich intensiv genutzten Feldlandschaft der Hellwegb\u00f6rde, Nordrhein-Westfalen. Vogelwelt 127: 37\u201350.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Illner, H. (ohne Jahr): http:\/\/www.abu-naturschutz.de\/projekte\/laufende-projekte\/schutz-von-rohr-und-wiesenweihen.html?start=1<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Illner, H. (2008a): Schutzprogramm f\u00fcr Wiesenweihen und Rohrweihen in Mittelwestfalen \u2013 Jahresbericht 2007. Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz, Bad Sassendorf-Lohne.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Illner, H. (2008b) Wiesenweihe bleibt der Hellwegb\u00f6rde treu. Nat\u00fcrlich-ABU-Nachrichten aus unserer Region 2: 2-3.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Illner, H. (2013): Artkapitel Wiesenweihe. In: Gr\u00fcneberg, C., S. R. Sudmann sowie J. Weiss, M. J\u00f6bges, H. K\u00f6nig, V. Laske, M. Schmitz &amp; A. Skibbe (2013): Die Brutv\u00f6gel Nordrhein-Westfalens. NWO &amp; LANUV (Hrsg.), LWL-Museum f\u00fcr Naturkunde, M\u00fcnster.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>LWL Landschaftsverband Westfalen-Lippe (2010): Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung Kreis Soest und Hochsauerlandkreis. Landschaftsverband Westfalen-Lippe, M\u00fcnster.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lontkowski, J. &amp; M. Skakuj (1995): Die Unterscheidung von Korn- <i>Circus cyaneus<\/i>, Wiesen- <i>C. pygargus<\/i> und Steppenweihe <i>C. macrourus<\/i>. Limicola 9: 233-275.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Peitzmeier, J. (1979): Avifauna von Westfalen. 2., unver\u00e4nderte Auflage mit einem Anhang. Abhandlungen aus dem Landesmuseum f\u00fcr Naturkunde zu M\u00fcnster in Westfalen 41: Heft 3\/4.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Stiefel, D. (2010): Zur Situation der Wiesenweihe <i>Circus pygargus<\/i> in Deutschland &#8211; Charadrius 46: 18-27.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Anhang<\/h2>\n<p><strong>Anhang 1: Zahl der festgestellten Brutpaare, Zahl der lokalisierten Neststandorte und die Zahl der Ersatz- bzw. Nachgelege der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_26.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-560\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_26\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_26.jpg\" width=\"700\" height=\"720\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_26.jpg 973w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_26-291x300.jpg 291w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Anhang 2: R\u00fcckstandskonzentrationen in Resteiern der Wiesenweihe aus der Hellwegb\u00f6rde.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_27.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-559\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_27\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_27.jpg\" width=\"700\" height=\"963\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_27.jpg 727w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_27-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_28.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-558\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_28\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_28.jpg\" width=\"700\" height=\"680\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_28.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_28-300x291.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>R\u00fcckstandskonzentrationen in Resteiern der Wiesenweihe aus der Hellwegb\u00f6rde, angegeben in ppm bezogen auf Trockengewicht. (Schwarz: ppm, bezogen auf Trockengewicht, Rot: ppm, bezogen auf extrahierbares Fett, SP = in Spuren vorhanden, XX = keine Angabe bzw. unterhalb Nachweisgrenze (&lt; 0,05 ppm), E: Embryo).<\/p>\n<p>Methodische Anmerkungen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Je nach vorausgegangener Bebr\u00fctungszeit enthielten die Eier teilweise unterschiedlich weit entwickelte Embryonen. Allerdings wurde der Zustand des jeweiligen Eiinhaltes nicht in allen F\u00e4llen dokumentiert. In einem Fall entstammten f\u00fcnf Eier aus einem Gelege, in sechs F\u00e4llen (2 Eier in 1975, 2 Eier in 1976 und 2 Eier in 1980) lie\u00df sich nicht mehr rekonstruieren, ob die jeweils zwei Eier in einem oder in zwei verschiedenen Gelegen gefunden wurden. In allen \u00fcbrigen F\u00e4llen waren die Eier verschiedenen Gelegen zuzuordnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der Analyse von R\u00fcckst\u00e4nden werden Konzentrationsgr\u00f6\u00dfen angegeben in ppm (= parts per million, entspricht 1 Milligramm pro Kilogramm). Diese m\u00fcssen auf eine vergleichbare Bezugsgr\u00f6\u00dfe bezogen werden. Sowohl im Labor in M\u00fcnster wie auch in Freiburg wurden die Eier der Wiesenweihe getrocknet. Eine kleine, exakt bestimmte Menge des getrockneten Eiinhaltes diente der weiteren Aufbereitung. Dazu z\u00e4hlte auch die Bestimmung des Fettgehaltes der Probe, um die Konzentrationsangabe auf den Fettgehalt der Probe zu beziehen. Denn Chlorkohlenwasserstoffe reichern sich vornehmlich im Fettgewebe eines Organismus an. Werden die ermittelten Konzentrationen auf das Trockengewicht bezogen, ergeben sich deutlich niedrigere Konzentrationen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gr\u00f6\u00dfere Unw\u00e4gbarkeiten gibt es insbesondere, wenn Resteier untersucht werden, die unterschiedlich alt und eingetrocknet sind und verschiedene Embryonalstadien enthalten. Im Laufe der Embryonalentwicklung \u00e4ndert sich der Fettgehalt, was Einfluss auf das auf Fett bezogene Konzentrationsniveau hat. Die Trocknung des Eiinhaltes kann die Unw\u00e4gbarkeiten durch verschiedene Wassergehalte weitgehend kompensieren, doch k\u00f6nnen auch chemische Substanzen beim Trocknungsprozess der Probe unter Umst\u00e4nden verdunsten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In vielen Untersuchungen wird auf die Trocknung des Eiinhaltes verzichtet und die Konzentration auf das Feuchtgewicht bezogen. Dies hat den Vorteil, dass sehr viel mehr Proben analysiert werden k\u00f6nnen, wodurch die oben genannten Unw\u00e4gbarkeiten abgemildert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Laufe der Jahre hat sich auch die Analysemethode und die Empfindlichkeit der eingesetzten Apparaturen deutlich verbessert, weshalb Vorsicht angeraten ist, wenn Literaturangaben aus verschiedenen Zeitr\u00e4umen miteinander verglichen werden. Hieraus ergibt sich, dass die gemessenen Konzentrationen, gerade wenn es sich um eine begrenzte Probenzahl handelt, nicht \u00fcberbewertet werden sollten. Gleichwohl lassen die Ergebnisse eine grobe Einsch\u00e4tzung des Belastungsniveaus sowie einen groben Vergleich mit anderen Arten zu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um Vergleiche der hier auf Trockengewicht bezogenen Konzentrationen mit Angaben von auf Feuchtgewicht bezogenen Konzentrationen anstellen zu k\u00f6nnen, muss man letztere durch f\u00fcnf teilen, denn das Verh\u00e4ltnis zwischen Trockensubstanz und Frischmasse liegt etwa bei 1:5.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Anhang 3: Ph\u00e4nologie der Wiesenweihenbruten in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992 (In Klammern: Fr\u00fcheste Daten, M: M\u00e4nnchen, W: Weibchen).<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_29.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-557\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_29\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_29.jpg\" width=\"700\" height=\"927\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_29.jpg 755w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_29-226x300.jpg 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Anhang 4: Ph\u00e4nologie der Ernteaktivit\u00e4ten in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992 (In Klammern: Fr\u00fcheste Daten).<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_30.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-556\" alt=\"dg_rj_wiesenweihe_30\" src=\"http:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_30.jpg\" width=\"700\" height=\"687\" srcset=\"https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_30.jpg 1000w, https:\/\/www.anthus.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/dg_rj_wiesenweihe_30-300x294.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\n<strong>Anhang 5: Lage der Neststandorte der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde in den Jahren 1966 bis 1992.<br \/>\n<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie finden hier die von Doris Glimm und Ralf Joest vorgenommene &#8222;Dokumentation der Brutvorkommen und der Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Nester der Wiesenweihe in der Hellwegb\u00f6rde 1966 bis 1992&#8222;, die eine Bilanz der mehr als 25-j\u00e4hrigen Weihenschutzarbeit in der Hellwegb\u00f6rde unter Beteiligung heimischer Ornithologen zieht (hier auch als Download verf\u00fcgbar). &nbsp; Dokumentation der Brutvorkommen und der Schutzma\u00dfnahmen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":383,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-532","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/532","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=532"}],"version-history":[{"count":39,"href":"https:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/532\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":603,"href":"https:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/532\/revisions\/603"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/383"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.anthus.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=532"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}